Glasfaser: Deutsche Giganetz will ihr Netz vorerst nicht öffnen

Es lohnt sich für den mit 3 Milliarden Euro finanzierten Newcomer derzeit einfach nicht, sein Glasfaser-Netz zu öffnen. Das kann ein paar Jahre warten.

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Anga Com: Smart Networks - Neue Investoren und ihre Ausbaupläne
Anga Com: Smart Networks - Neue Investoren und ihre Ausbaupläne (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Jan Georg Budden, Chef des Netzbetreibers Deutsche Giganetz, will in absehbarer Zeit keine anderen Firmen mit Open Access in sein Netz lassen. "Wir sehen keinen Anreiz, in den nächsten Jahren Open Access anzubieten." Das sagte Budden am 12. Mai 2022 auf der Branchenmesse Anga Com in Köln. "Zumal wir auch einen Großteil unsubventioniert aufbauen. Wir konzentrieren uns auf B2C und haben ein starkes Branding aufgebaut."

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Mittelfristig, in drei bis vier Jahren, werde man das Netz für Wholeseller öffnen, sagte Budden. Deutsche Giganetz mit Sitz in Hamburg wird von der kanadischen Sunlife-Versicherungsgruppe mit 3 Milliarden Euro finanziert.

Das Unternehmen beruft sich darauf, eine "qualitativ hochwertige Infrastruktur mit dem Fokus auf ein nachhaltiges Netz, beispielsweise durch klassische Verlegetiefen, zu bieten".

Giganetz konzentrierte sich zuerst auf Hessen und Baden-Württemberg. "In den kommenden Wochen und Monaten wollen wir unser Angebot auch den Bürger/innen und Kommunen in weiteren Bundesländern ermöglichen, in Bayern und Thüringen sind dazu bereits die ersten Kooperationsverträge unterzeichnet worden", sagte ein Sprecher.

Vattenfall Eurofiber: Es muss nicht immer FTTH sein

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Marco Sick, Chef des in Berlin tätigen Glasfasernetzbetreibers Vattenfall Eurofiber, sieht sein Unternehmen damit erfolgreich, Glasfaser zu bauen und anderen die Vermarktung und die Kontrolle zu überlassen. Das werde von der Wohnungswirtschaft so gewünscht.

"Es muss auch nicht immer FTTH sein. Wir bieten jetzt mit FTTB ein 1,6-GBit/s-Produkt im Download und 1,3 GBit/s im Upload. Das trägt erst einmal. Aber wir glauben im Endspiel an FTTH", sagte Sick.

Vattenfall Eurofiber, ein Gemeinschaftsunternehmen des schwedischen Energieunternehmens Vattenfall und des niederländisch-belgischen Glasfasernetzbetreibers Eurofiber, will in den kommenden Jahren bis Ende 2026 in Berlin 500.000 Haushalte mit FTTH/B zu versorgen. Mit moderner Technologie verlegt Vattenfall Eurofiber die Glasfaser größtenteils über vorhandene Fernwärmekanäle, wobei deutlich weniger Tiefbauarbeiten entstehen.

Die Deutsche Giganetz stehe jedoch für Open Access und den kooperativen Ansatz, sagte Unternehmenssprecher Frank Wittich-Böcker. "Für die Nutzung der Open-Access-Möglichkeit durch Dritte und damit unseres Wholesale-Geschäfts benötigen wir eine relevante Fallmenge an Homes Connected, um für Wettbewerber einen ausreichenden Anreiz zu bieten. Diesen schaffen wir derzeit mit zahlreichen Projekten, so dass Open Access erst in den kommenden Jahren eine signifikante Rolle in unserem Geschäft spielen wird. " Aktuell konzentriere sich das Geschäft daher noch auf das direkte Kundengeschäft, man sei aber auch heute schon offen für jede Form der Kooperation.

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