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Bundesnetzagentur: Open Access funktioniert in Deutschland bisher kaum

Mit flexiblen Rabattmodellen will die Bundesnetzagentur die geringe Nutzung von Open Access beenden. Doch aus der Branche kommen kritische Töne.
/ Achim Sawall
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GVG Glasfaser und Glasfaser Nordwest arbeiten bei Open Access zusammen. (Bild: GVG Glasfaser)
GVG Glasfaser und Glasfaser Nordwest arbeiten bei Open Access zusammen. Bild: GVG Glasfaser

Die Nutzung von Open Access in deutschen Glasfasernetzen ist schwach entwickelt. Das hat die Bundesnetzagentur am 22. September 2026 in ihren Orientierungspunkten für Open Access erklärt(öffnet im neuen Fenster). Mitte 2025 lag der Drittanbieter-Anteil auf Wettbewerbernetzen demnach bei nur rund 8 Prozent.

Während das Kupfernetz reguliert ist, wird Glasfaser in Deutschland von über 200 oft regionalen Wettbewerbern ausgebaut. Drittanbieter scheuten den Verhandlungsaufwand mit Hunderten kleinen Netzbetreibern, heißt es. Neben der IT- und Schnittstellenstandardisierung wie im Gigabitforum stellten uneinheitliche Entgeltprinzipien eine der größten Hürden dar.

Die Bundesnetzagentur legt keine Preise fest, sondern berechnet die Gebühr für die Glasfasernutzung flexibel als Rabatt auf den normalen Endkundenpreis des Netzbetreibers. Dieser Rabatt beträgt pauschal 32 Prozent oder alternativ 5 Euro plus 20 Prozent des Endkundenpreises. Damit bleibt der Netzaufbau für den Eigentümer rentabel, während Konkurrenten faire Preise erhalten, um eigene Angebote zu machen.

Verständigung auf Entgelte für Open Access beschleunigen

"Auch auf Glasfaser soll Wettbewerb herrschen. Verbraucher sollen zwischen verschiedenen Anbietern, Produkten und fairen Preisen wählen können", sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. "Wir wollen die Open-Access-Verhandlungen der Unternehmen erleichtern und die Verständigung auf Entgelte für die Nutzung der Netze beschleunigen." Stellungnahmen zu der Vorlage sind bis zum 16. November 2026 möglich.

Sven Knapp, Mitglied der Geschäftsleitung beim Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko), erklärte(öffnet im neuen Fenster): "Die Entgeltfrage ist allerdings nur ein Teilaspekt eines deutlich größeren Gesamtbildes rund um Open Access und den Technologiewechsel von Kupfer auf Glasfaser."

Zuvor kritisierte der Breko, dass die Deutsche Telekom kaum Kapazitäten auf den bereits verlegten Glasfasernetzen ihrer Wettbewerber einkaufe. Während die meisten Konkurrenten ihre Netze für Open Access öffneten und Kapazitäten gegenseitig nutzten, kaufe die Telekom so gut wie keine Vorleistungen bei Drittanbietern ein.

Weitere Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe notwendig

Nur wenn die Interessen und Rahmenbedingungen aller Marktteilnehmer und die aktuelle Marktsituation berücksichtigt würden, könnten tragfähige und langfristig funktionierende Open-Access-Strukturen entstehen. Für einen flächendeckenden Glasfaserausbau seien weitere Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe notwendig, sagte Knapp am 22. September 2026. Zu den größten Netzbetreibern innerhalb des Breko, der stark von mittelständischen, regionalen Netzbetreibern und Stadtwerken dominiert wird, zählen 1&1 Versatel, Ewe Tel, Deutsche Glasfaser, Netcologne, M-net, DNS:NET und Tele Columbus (Pyur)

VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer betonte: "Vorleistungsentgelte müssen einerseits Investitionen in neue Glasfasernetze ermöglichen und andererseits ausreichend Spielraum für wirksamen Wettbewerb auf der Endkundenebene lassen. Diensteanbieter müssen auf diesen Netzen zu fairen und nachbildbaren Konditionen wettbewerbsfähige Angebote erbringen können." Telefónica, Vodafone, 1&1 und Freenet sind im VATM die einflussreichsten Konzerne.

Max Bunse, Geschäftsführer des Bundesverbands Glasfaseranschluss (Buglas), sagte: "Entscheidend ist, dass es bei Orientierungspunkten bleibt. Verbindliche Entgeltvorgaben, wie sie der geplante Paragraf 22a TKG ermöglichen soll, sind daher aus unserer Sicht nicht das richtige Instrument." Im Buglas ist die Telekom das dominierende Mitglied. Daneben prägen vor allem die DB Broadband als bundesweiter Schienen-Transportnetzlieferant, regionale Pionier-Netzbetreiber wie Wilhelm.tel und Glasfaser Ruhr den Buglas.

Der Golem-Blick

Ob Open Access in Deutschland zum Erfolgsmodell wird, hängt jedoch weniger von der Bundesnetzagentur ab, sondern vom echten Kooperationswillen der großen Akteure, allen voran der Telekom. Dass die Behörde hier keinerlei sachliche Einordnung der Telekom beim Open Access wagt, entwertet die gesamte Vorlage.


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