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Glasfaser: Bundesministerium will Überbau genau beobachten

Der Druck der Branchenverbände zeigt Wirkung. Das Bundesministerium für Digitales nennt eine Reihe von Maßnahmen, um Überbau bestehender Glasfaser -Strecken genau zu untersuchen.
/ Achim Sawall
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Überbau als Randerscheinung oder Konzept gegen Konkurrenten? (Bild: Deutsche Telekom)
Überbau als Randerscheinung oder Konzept gegen Konkurrenten? Bild: Deutsche Telekom

Das Bundesministerium für Digitales will Hinweise zum Überbau von bestehenden Glasfaserstrecken genau beobachten. Das Ministerium nehme "alle Hinweise aus der Branche ernst. Der Glasfaserausbau hat eine herausragende Bedeutung für Deutschland" , sagte ein Sprecher Golem.de auf Anfrage. Daher gehe das Bundesministerium "dieses Thema mit der gebotenen Sorgfalt an" .

Die Branchenverbände Anga, VATM, Breko und Buglas werfen der Telekom vor, bewusst die Pläne von kommunalen Unternehmen und großen Infrastrukturfonds zu gefährden, indem punktuell Überbau besonders lukrativer Ortsteile betrieben werde. Schon die bloße Drohung mit strategischem Überbau ermögliche es der Telekom, Wettbewerber zu verdrängen und vom flächendeckenden Ausbau abzuhalten.

Die Telekom wies dies wiederholt zurück. Telekom-Deutschland-Chef Srini Gopalan erklärte zuletzt auf der Branchenmesse Anga Com in Köln , der Überbau bestehender FTTH-Netze der Konkurrenz durch die Telekom mache nur 1 bis 2 Prozent aus. "Wir überbauen im Wesentlichen unser eigenes Kupfernetz" , sagte Gopalan.

Bundesnetzagentur wird Monitoringstelle einrichten

Das Bundesministerium für Digitales führe eine umfassende Bestandsaufnahme durch und erarbeite gemeinsam mit den Wettbewerbsbehörden Handlungsoptionen, sagte der Ministeriumssprecher. Das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) werde auf Basis zahlreicher Rückmeldungen aus der Branche und den Erkenntnissen des Stakeholder-Dialogs vom 22. Mai bis zum Herbst einen Bericht erstellen, sagte er Golem.de.

"Zudem hat die Bundesnetzagentur die Einrichtung einer Monitoringstelle angekündigt, die Hinweise von Unternehmen und Kommunen bündelt, um einen fortlaufenden Überblick über Mehrfachausbau zu erhalten" , erklärte der Sprecher.


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