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Glamor: X-Server bekommt 2D-Beschleunigung via OpenGL

Mit Glamor soll die 2D-Beschleunigung für den X-Server über OpenGL-Aufrufe umgesetzt werden. Der Code wurde im Hauptzweig von X.org aufgenommen und wird mit der nächsten stabilen Version bereitstehen.
/ Sebastian Grüner
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Glamor wurde im X-Server integriert. (Bild: X.org)
Glamor wurde im X-Server integriert. Bild: X.org

Nach zahlreichen Revisionen des Codes ist Glamor nun im Hauptentwicklungszweig des X.org-X-Servers(öffnet im neuen Fenster) als Download erhältlich. Erstmals angekündigt wurde Glamor(öffnet im neuen Fenster) bereits im September 2011. Somit lässt es sich voraussichtlich in der kommenden Version 1.16 benutzen, die Anfang Juli dieses Jahres(öffnet im neuen Fenster) erscheinen soll. Bisher war Glamor nur über eine eigene Bibliothek verfügbar.

2D-Beschleunigung über 3D-Funktionen

Glamor ist im Grunde ein 2D-Treiber für den X-Server(öffnet im neuen Fenster) , der OpenGL-Aufrufe zur beschleunigten Grafikdarstellung nutzt. Dazu verwendet Glamor GL-Funktionen und -Shader für die notwendigen Berechnungen. Da Glamor direkt OpenGL-Funktionen aufruft, um die Texturen zu rendern, ist es nahezu unabhängig von der eingesetzten Hardware und könnte von jedem X-Treiber genutzt werden.

Durch diesen Aufbau ist es relativ einfach möglich, die leistungsstarken 3D-Funktionen einer Grafikkarte auch für die Darstellung von 2D-Objekten zu verwenden. Darüber hinaus könnte Glamor dafür sorgen, dass die hardwarespezifischen 2D-Treiber künftig verschwinden und nur noch der DRI-Treiber in Mesa für die 3D-Funktionen entwickelt werden muss.

So weit sind die Entwickler derzeit aber noch nicht. Dennoch wird Glamor bereits zum Beispiel von Intels Treiber(öffnet im neuen Fenster) sowie vom Radeonsi-Treiber(öffnet im neuen Fenster) verwendet. Eine Implementierung für X-Wayland ist ebenfalls verfügbar.

Gesteigerte Leistung

Die von Intel-Mitarbeiter Eric Anholt veröffentlichten Patches(öffnet im neuen Fenster) , die letztendlich eingepflegt wurden, enthalten unter anderem Leistungsverbesserungen. Anholt selbst schreibt von Steigerungen um bis zu 800 Prozent. Darüber hinaus arbeitet Keith Packard, ebenfalls Intel-Angestellter, derzeit daran, die Kernbestandteile des zum Rendern verwendeten Codes zu überarbeiten(öffnet im neuen Fenster) .

Interessierten steht der Code ab sofort über das Git-Repository des X-Servers(öffnet im neuen Fenster) zum Testen zur Verfügung.


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