Glacier: Amazon startet günstiges Datenarchiv

Amazon Glacier(öffnet im neuen Fenster) ist für Daten gedacht, auf die selten zugegriffen wird. Die Abrufzeiten der Datenarchive sind entsprechend hoch. Zwischen 3,5 und 4,5 Stunden soll es im Normalfall dauern, bis die Daten abgerufen werden können. Dafür ist Glacier vergleichsweise günstig: Amazon berechnet nur 1 US-Cent pro GByte und Monat für Daten, die in den USA gespeichert werden. Sollen die Daten in europäischen Rechenzentren abgelegt werden, erhöht sich der Preis um 10 Prozent auf 1,1 US-Cent pro GByte und Monat.
Rechnet man die Preise hoch, ergibt sich bei der Speicherung von 1 TByte im günstigsten Fall ein Preis von rund 10 US-Dollar pro Monat, 10 TByte können für rund 100 US-Dollar im Monat gespeichert werden, 100 TByte für rund 1.000 US-Dollar monatlich.
Zudem berechnet Amazon 5,5 US-Cent pro 1.000 Upload- und Downloadanfrage. Der eigentliche Datentransfer ist in kleinem Umfang kostenlos, schließlich ist Glacier als Langzeitarchiv konzipiert. Ein Abruf von Daten mit einem Volumen von 5 Prozent der im Monat durchschnittlich gespeicherten Datenmenge ist jeden Monat kostenlos. Werden mehr Daten abgerufen, berechnet Amazon zusätzliche Datentransfergebühren ab 11 US-Cent pro GByte. Werden Daten vor Ablauf einer Frist von 90 Tagen gelöscht, berechnet Amazon zudem 3,3 US-Cent pro GByte.
Daten werden in Amazon Glacier in Form von Archiven gespeichert: Ein Archiv kann eine einzige Datei sein, es können aber auch mehrere Dateien zu einem Archiv zusammengestellt werden. Sollen die Daten abgerufen werden, muss dazu ein Auftrag ausgelöst werden, der dann "normalerweise in 3,5 bis 4,5 Stunden erledigt" wird, so Amazon.
Die Archive können in sogenannten Tresoren organisiert werden, auf die dann nur ausgewählte Personen Zugriff haben. Konfiguriert wird Amazon Glacier über die AWS Management Console oder die Glacier-APIs.



