Github: Nintendo lässt über 400 Switch-Emulator-Repositories löschen
Der japanische Konzern Nintendo setzt sein hartes Vorgehen gegen Emulatoren der Switch fort. Der Konzern hat sieben Beschwerden nach dem US-amerikanischen Digital Millennium Copyright Act (DMCA) bei Github eingereicht. In der Folge wurden insgesamt 401 Repositories gesperrt.
Das berichtet unter anderem Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die öffentlich einsehbaren DMCA-Anträge.
Die Zahl bedeutet allerdings nicht, dass Nintendo 401 eigenständige Emulatoren aus dem Verkehr gezogen hat. Github behandelt bei DMCA-Verfahren unter bestimmten Voraussetzungen komplette Netzwerke aus einem ursprünglichen Repository und dessen Forks gemeinsam. Dadurch kann eine einzelne Beschwerde zahlreiche Kopien und Weiterentwicklungen auf einmal treffen.
Den größten Anteil macht Suyu aus: 311 der entfernten Repositories gehörten zu diesem Netzwerk. Suyu entstand auf Basis des 2024 eingestellten Switch-Emulators Yuzu. Hinzu kommen unter anderem 29 Repositories des Android-Emulators Skyline, 17 von MonoNX sowie mehrere Gruppen mit Yuzu-Forks und -Varianten.
Nintendo argumentiert nicht pauschal damit, dass Emulatoren grundsätzlich illegal seien. Im Mittelpunkt der aktuellen Beschwerden steht die Umgehung technischer Schutzmaßnahmen.
Switch-Spiele sind verschlüsselt und werden mithilfe proprietärer kryptografischer Schlüssel entschlüsselt. Nach Auffassung Nintendos umgehen Emulatoren diesen Schutz beim Ausführen von Spielen und ihre Verbreitung verstößt deshalb gegen die Anti-Umgehungsbestimmungen des DMCA.
Nintendos langer Kampf gegen Emulatoren
Die rechtliche Lage von Emulatoren ist differenzierter. Selbst ein für Nintendos geistiges Eigentum zuständiger Manager hatte Anfang 2025 eingeräumt, dass sich ein Emulator nicht automatisch als illegal einstufen lasse. Entscheidend sind unter anderem die konkrete Funktionsweise, der Umgang mit Kopierschutzmaßnahmen und die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte.
Nintendo geht bereits seit Jahren gegen die Switch-Emulator-Szene vor. 2024 endete ein Rechtsstreit mit den Entwicklern von Yuzu in einem Vergleich über 2,4 Millionen US-Dollar und der Einstellung des Projekts. Wenig später ließ Nintendo bei Github bereits mehr als 8.000 Yuzu-Forks entfernen.
Dass nun erneut Hunderte Repositories betroffen sind, zeigt zugleich die Grenzen solcher Maßnahmen: Quellcode lässt sich kopieren und in neuen Forks weiterführen. Die aktuelle Aktion richtet sich deshalb zu einem erheblichen Teil gegen Ableger von Projekten, gegen die Nintendo bereits zuvor vorgegangen war.
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