Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Github: Gebühren-Rückzieher nach massiver Kritik

Kehrtwende bei Github(öffnet im neuen Fenster) : Nach heftigen Protesten der Entwickler-Community lässt die Plattform geplante Gebühren für eigene Server fallen.
/ Nils Matthiesen
1 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Kehrtwende bei Github nach Gebühren-Kritik (Bild: KI-generiert mit Gemini)
Kehrtwende bei Github nach Gebühren-Kritik Bild: KI-generiert mit Gemini

Github(öffnet im neuen Fenster) hat seine gerade erst angekündigten Pläne, Gebühren für die Nutzung von Self-hosted Runnern einzuführen, nach massiver öffentlicher Kritik wieder zurückgezogen. In einer kurzen Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) auf der Social-Media-Plattform X räumte die Microsoft-Tochter ein, mit der Entscheidung, Nutzer für die Einbindung ihrer eigenen Hardware zur Kasse zu bitten, einen Fehler gemacht zu haben. Die Ankündigung hatte zuvor einen Sturm der Entrüstung in der Devops-Community und auf Plattformen wie Hacker News ausgelöst.

Der ursprüngliche Plan(öffnet im neuen Fenster) sah vor, künftig eine nutzungsbasierte Gebühr von 0,002 US-Dollar pro Minute für die Anbindung eigener Server zu erheben. Obwohl Github gleichzeitig die Preise für seine eigenen, verwalteten Runner um bis zu 39 Prozent senkte, kritisierten Entwickler das neue Modell scharf. Es wurde als absurd empfunden, für die reine Verwaltung von Hardware bezahlen zu müssen, die von den Kunden selbst finanziert, gewartet und betrieben wird.

Github gesteht Fehler ein

In der offiziellen Reaktion erklärte Github, man habe das Feedback der Nutzer gehört und verstanden. Der Versuch, die CI/CD-Sparte stärker zu monetarisieren, sei in dieser Form ein Fehler gewesen. Die Integration eigener Server bleibt damit bis auf Weiteres für alle Nutzertypen kostenfrei, wie es seit der Einführung von Github Actions im Jahr 2018 der Fall war.

Analysten bewerten die schnelle Kehrtwende als Zeichen dafür, wie wichtig Github die Bindung der professionellen Entwickler-Community ist, die zunehmend sensibel auf Änderungen bei Cloud-Preismodellen reagiert.

Der Vorfall wirft dennoch ein Schlaglicht auf die Strategie von Microsoft, Github profitabler zu machen. Während Dienste wie der KI-Assistent Copilot erfolgreich als kostenpflichtige Add-ons etabliert wurden, gestaltet sich die Monetarisierung der Kern-Infrastruktur schwieriger. Besonders Hybrid-Cloud-Szenarien, bei denen Kunden aus Datenschutz- oder Performancegründen auf eigene Server setzen, sind für viele Unternehmen essenziell.

Eine Gebühr für diese Anbindung hätte den wirtschaftlichen Vorteil von Self-hosting gegenüber den von Github verwalteten Cloud-Runnern zunichtegemacht und Nutzer möglicherweise zu Konkurrenten wie Gitlab oder spezialisierten Anbietern getrieben.

Kommen stattdessen Premium-Funktionen?

Obwohl die Gebührenpläne nun vom Tisch sind, bleibt die Frage offen, wie Github künftig die steigenden Kosten für die Verwaltung der immer komplexer werdenden Infrastruktur auffangen will. In der Community wird spekuliert, ob Github stattdessen erweiterte Premium-Features für das Management von Runner-Flotten einführen wird, die dann rein optional für große Enterprise-Kunden zur Verfügung stehen. Für den Moment ändert sich an den bestehenden Konditionen jedoch erst einmal nichts.


Relevante Themen