EU: Github & Co fordern mehr Unterstützung für quelloffene KI
Eine Gruppe von Unternehmen, zu denen unter anderem Github, Hugging Face und Creative Commons gehören, fordert in einem an die EU gerichteten Papier mehr Unterstützung im Hinblick auf die Entwicklung quelloffener KI-Modelle. Wie aus einem Bericht von The Verge(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, wünschen sich die beteiligten Organisationen unter anderem klarere Definitionen dafür, was genau überhaupt als KI-Technologie zu klassifizieren sei. Bisher seien die Formulierungen diesbezüglich im Hinblick auf den AI Act der EU noch viel zu vage. Außerdem liege die meiste Aufmerksamkeit seither auf Vorschriften für generative KI, jedoch gebe es noch andere Arten von künstlicher Intelligenz, die die EU ebenfalls berücksichtigen müsse.
Kleine und nicht-kommerzielle Projekte erhalten zu wenig Aufmerksamkeit
Darüber hinaus warnen die Unterzeichner davor, dass der AI Act mit seinen aktuellen Entwürfen insbesondere kleinere Entwickler, die nicht über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen, im Hinblick auf die Entwicklung als risikoreich geltender KI-Modelle benachteiligen könne. So sei etwa die geforderte Einbeziehung von externen Prüfern ein kostspieliges Unterfangen, das obendrein nicht erforderlich sei, um die mit Open-Source-Modellen verbundenen Risiken zu mindern. In diesem Zuge heben die Unternehmen auch hervor, dass viele Hobby-Entwickler und Forscher, die an quelloffenen KI-Modellen arbeiten, keinen kommerziellen Nutzen daraus ziehen.
Weiterhin warnt die Gruppe davor, dass Regeln, die das Testen von KI-Modellen unter realen Bedingungen verbieten, die Forschung und Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz erheblich zu behindern vermögen. Offene Tests seien wichtig, um Erkenntnisse für die Verbesserung von Funktionen zu liefern. Bisher verharren allerdings viele KI-Projekte bei geschlossenen Experimenten, um mögliche rechtliche Probleme zu vermeiden, die mit der Bereitstellung ungetesteter Produkte einhergehen können.
Github & Co. wollen Gesetzgeber an die Hand nehmen
Wie Peter Cihon, Senior Policy Manager bei Github, gegenüber The Verge erklärte, verfolgen die Unternehmen mit dem Papier das Ziel, "den Gesetzgebern eine Anleitung zu geben, wie sie die Entwicklung von KI am besten unterstützen können" . Darüber hinaus hoffen die Unterzeichner, dass später, wenn die Weichen innerhalb der EU gestellt sind, auch andere "politische Entscheidungsträger dem Beispiel der EU folgen werden" .
Auch OpenAI, der Entwickler des beliebten KI-Chatbots ChatGPT, setzte sich in der Vergangenheit bereits gegen strengere Regeln(öffnet im neuen Fenster) für generative KI ein und konnte infolgedessen eine Aufnahme eigener Vorschläge in die jüngste Fassung des AI Act erwirken.
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