Gitee: China investiert in Github-Alternative

Die Nutzung von Plattformen und Diensten, deren Betreiber in den USA sitzen, wird für Teams in China immer schwieriger. Das liegt einerseits am politischen Druck und der Zensur in dem Land selbst, andererseits an Sanktionen gegen den chinesischen Staat oder chinesische Unternehmen. Wohl auch deshalb investiert das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT) nun in die Plattform Gitee(öffnet im neuen Fenster) , die als Code-Hostingdienst eine Alternative zu dem US-Marktführer Github ist. Zuerst hatte Techcrunch berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Gitee selbst existiert seit etwa sieben Jahren und bietet eigenen Angaben zufolge etwa 10 Millionen Quellcode-Repositories ein Zuhause. Vor allem durch die nun angekündigte direkte Unterstützung durch den Staat und das IT-Ministerium, das federführend für Technologie-Richtlinien und Technik-Nutzung zuständig ist, könnte der Anbieter nun wohl noch deutlich wachsen. Die grundlegenden Funktionen von Gitee sind dabei mit jenen ähnlicher Plattformen vergleichbar. So gibt es zusätzlich zum eigentlichen Hosting der Repositorys einen eigenen Issue-Tracker und eine Integration für typische Devops-Dienste wie eine Continuous-Integration-System.
Zu den bisherigen Nutzern von Gitee gehören etwa der chinesische IT-Konzern Baidu. Ebenso finden sich auf der Plattform der Code zu HarmonyOS, das Huawei als Android-Alternative erstellen will, sowie die von Huawei als Server-System gepflegte Linux-Distribution OpenEuler.
Wenig überraschend gehört zu dem Konsortium, das nun die Entwicklung einer unabhängigen Open Source Hosting Plattform in China erstellen soll, auch Huawei. Hinzu kommen viele weitere Unternehmen und Organisationen. Angeführt werden soll die Entwicklung von dem Konsortium Open Source China (OSChina), das bereits für die bisherige Entwicklung von Gitee verantwortlich ist.