Abo
  • Services:

Girogo-Karte der Sparkassen: Kritik am Datenschutz der NFC-Funktion

Datenschützer kritisieren den unzureichenden Datenschutz bei den Girogo-Karten der deutschen Sparkassen. Der Sparkassen- und Giroverband sieht darin keine Probleme. Mit den Girogo-Karten können Kunden per NFC drahtlos bezahlen.

Artikel veröffentlicht am ,
NFC-Bezahlung per Girogo
NFC-Bezahlung per Girogo (Bild: Deutscher Sparkassen- und Giroverband)

Die Girogo-Karten der deutschen Sparkassen erlauben das kontaktlose Bezahlen per NFC (Near Fiel Communication). Dabei werden unverschlüsselt Daten übermittelt, die Datenschützer für problematisch halten und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) für unbedenklich hält. Bei Bezahlvorgängen werden das Datum, die Uhrzeit und der Kaufbetrag zusammen mit einer anonymisierten Händlerkartennnummer auf der Girogo-Karte gespeichert, bestätigt der DSGV und reagiert damit auf einen Bericht von Spiegel Online.

Stellenmarkt
  1. HIGHYAG Lasertechnologie GmbH, Kleinmachnow (Berlin)
  2. Bosch Gruppe, Abstatt

Spiegel Online zitiert den Programmierer Andreas Schiermeier mit den Worten, dass bei jeder Transaktion "ein Datums- und Zeitstempel, der Betrag und die Kennung des Händlers oder des Ladeterminals hinterlegt" würden. Schiermeier gehört zum Frankfurter Chaos Computer Club und hat es nach eigenen Angaben mit einer kostenlosen Windows-Software und einem NFC-Lesegerät geschafft, diese Daten auszulesen. Für Schiermeier ist das ein Datenschutzrisiko und er fordert, solche Daten nicht unverschlüsselt zu übertragen. Der DGSV räumt ein, dass Händler diese Daten für Transaktionen auslesen dürfen.

Girogo-Karte merkt sich die 15 letzten Bezahlvorgänge

Die letzten 15 Bezahlvorgänge sowie die letzten drei Ladevorgänge sollen auf der Karte gespeichert sein und durch das drahtlose Auslesen dieser Informationen könnten Unbefugte Zugriff auf diese Daten erhalten und diese zur Überwachung missbrauchen, weil jede Karte eine eindeutige Kennung habe. Dazu würde es genügen, ein entsprechendes Lesegerät in geringem Abstand zum Kunden zu postieren. "Aufgrund des geringen Abstandes ist es nicht vorstellbar, dass Informationen von der Karte über größere Abstände und vom Kunden unbemerkt ausgelesen werden", argumentiert dagegen der DGSV.

Unbefugte könnten auch die Händlerkartennummer auslesen und so erfahren, wo der Girogo-Kartenbesitzer eingekauft hat. Dazu müssten Profis nur bei den Girogo-Händlern einkaufen, um zu erfahren, welcher Händler sich hinter einer bestimmten Kennung verbirgt und eine entsprechende Datenbank anzulegen.

Datenschutzbeauftragter kritisiert Girogo-Karten

Das Vorgehen bei der Girogo-Karte sei unprofessionell und unverantwortlich, erklärte Thilo Weichert, der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Spiegel Online. Es sei ohne großen Aufwand möglich, "diese Daten ganz bestimmten Kunden und ganz bestimmten Läden zuzuordnen", kritisiert Weichert.

Dabei betont der DGSV, dass die Girogo-Karte die gleichen "Sicherheitsstandards bei der Verschlüsselung und bei der Datensicherheit" einhalte, die auch für Geldkarten gelten. Letztere können allerdings nicht drahtlos ausgelesen werden. Das geht nur, wenn die Geldkarte in ein passendes Lesegerät gesteckt wird. Der Girogo-Kartenbesitzer kann Datum, Uhrzeit und Kaufbetrag etwa mit einem NFC-fähigen Mobiltelefon auslesen. Der Verband bewirbt diese Möglichkeit damit, dass damit für den Kunden "eine bessere Transparenz als Bargeld" erzielt werde.

Der Verband begründet das unverschlüsselte Ablegen dieser Daten damit, dass der Auslese- und Bezahlvorgang dadurch beschleunigt werde. Die vom Kunden auslesbaren Informationen seien für Unbefugte "ohne Wert", ist sich der Verband sicher. Wenn der Girogo-Kunde aber zudem eine NFC-Kundenkarte mit dem auslesbaren Namen bei sich trage, können diese Daten genau einer Person zugeordnet werden, heißt es im Bericht von Spiegel Online.

In Hannover läuft derzeit ein Pilotprojekt für die Verwendung von Girogo-Karten. Langfristig sollen alle Sparkassen-Kunden eine Girogo-Karte erhalten.



Anzeige
Blu-ray-Angebote

Hartmann 10. Jul 2012

Ich lebe im Bereich des Feldversuchs und meine Bank hat mir mitgeteilt, dass ich die...

EQuatschBob 18. Jun 2012

Ich zahle fast immer mit Bargeld und dabei werde ich bleiben.

Lawelyan 18. Jun 2012

Diese Karten werden in den Kantinen dieses Landes schon lange genutzt und funktionieren...

Bankai 18. Jun 2012

Du meinst wohl eher, das könnte man... Den offensichtlich kann man es eben nicht oder...

yelram 18. Jun 2012

Hier in den USA gibt's für Kreditkarten einfach eine Zusatzkarte - bzw. eher einen...


Folgen Sie uns
       


Amazons Echo Show (2018) - Test

Wir haben den neuen Echo Show getestet. Der smarte Lautsprecher mit Display profitiert enorm von dem größeren Touchscreen - im Vergleich zum Vorgängermodell. Die Bereitstellung von Browsern erweitert den Funktionsumfang des smarten Displays.

Amazons Echo Show (2018) - Test Video aufrufen
Battlefield 5 im Test: Klasse Kämpfe unter Freunden
Battlefield 5 im Test
Klasse Kämpfe unter Freunden

Umgebungen und Szenario erinnern an frühere Serienteile, das Sammeln von Ausrüstung motiviert langfristig, viele Gebiete sind zerstörbar: Battlefield 5 setzt auf Multiplayermatches für erfahrene Squads. Wer lange genug kämpft, findet schon vor der Erweiterung Firestorm ein bisschen Battle Royale.

  1. Dice Raytracing-Systemanforderungen für Battlefield 5 erschienen
  2. Dice Zusatzinhalte für Battlefield 5 vorgestellt
  3. Battle Royale Battlefield 5 schickt 64 Spieler in Feuerring

Wet Dreams Don't Dry im Test: Leisure Suit Larry im Land der Hipster
Wet Dreams Don't Dry im Test
Leisure Suit Larry im Land der Hipster

Der Möchtegernfrauenheld Larry Laffer kommt zurück aus der Gruft: In einem neuen Adventure namens Wet Dreams Don't Dry reist er direkt aus den 80ern ins Jahr 2018 - und landet in der Welt von Smartphone und Tinder.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Life is Strange 2 im Test Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller
  2. Adventure Leisure Suit Larry landet im 21. Jahrhundert

15 Jahre Extreme Edition: Als Intel noch AMD zuvorkommen musste
15 Jahre Extreme Edition
Als Intel noch AMD zuvorkommen musste

Seit 2003 verkauft Intel seine CPU-Topmodelle für Spieler und Enthusiasten als Extreme Edition. Wir blicken zurück auf 15 Jahre voller zweckentfremdeter Xeon-Chips, Mainboards mit Totenschädeln und extremer Prozessoren, die mit Phasenkühlung demonstriert wurden.
Von Marc Sauter

  1. Quartalszahlen Intel legt 19-Milliarden-USD-Rekord vor
  2. Ryan Shrout US-Journalist wird Chief Performance Strategist bei Intel
  3. Iris GPU Intel baut neuen und schnelleren Grafiktreiber unter Linux

    •  /