Girocard: Skimming-Rekord in den USA trotz EMV-Einführung

Trotz der Einführung des EMV-Verfahrens (Europay Mastercard Visa) in den USA ist der Betrug mittels Skimming weiterhin auf hohem Niveau, wie die Sicherheitsfirma Fico in ihrem jährlichen Bericht(öffnet im neuen Fenster) beschreibt. Demnach ist die Anzahl kompromittierter Girocards sogar um 70 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Auch die Anzahl kompromittierter Geldautomaten und Zahlterminals habe sich nach einer Versechsfachung im Vorjahr erneut um 30 Prozent erhöht, schreibt die Firma.
Die Zahlen von Fico geben nur Aufschluss über Betrug an physischen Geräten wie Geldautomaten oder Point-of-Sale-Terminals, die in der Vergangenheit immer wieder mit Malware infiziert wurden . Den Anstieg der Zahlen führt die Firma vor allem auf günstig und einfach erhältliches Skimming-Equipment zurück: "Wie die vergangenen Jahre gezeigt haben, haben sich die Skimming-Technologie und das Know-how verbessert und sind einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich. Wir werden also eine weitere Zunahme kompromittierter Geräte sehen und auch die Geschwindigkeit wird sich erhöhen" , sagte TJ Horan von Fico.
EMV-Einführung zeigt noch keine Wirkung
Die Einführung von EMV bei US-Girokarten habe sich noch nicht bemerkbar gemacht, weil viele Händler Kunden weiterhin zur Nutzung der vergleichsweise einfach zu klonenden Magnetstreifen auffordern würden. Dies führt zu Situationen, in denen Bezahlterminals zum Teil mit Klebeband abgeklebt werden, damit Leute nicht die Chip-Funktion benutzen.
Immerhin: Die Zeit bis zur Entdeckung einer Infektion geht seit Jahren zurück. Im Jahr 2014 dauerte es demnach im Schnitt 36 Tage, bis ein infiziertes Gerät ausgetauscht oder bereinigt wurde, im Jahr 2016 sei dies bereits nach elf Tagen der Fall gewesen. Neben der Umstellung auf EMV arbeiten Banken in den USA derzeit daran, Geldabheben mit dem Smartphone zu ermöglichen .



