Gipfeltreffen: US-Konzerne wollen schnelle Antworten zu Huawei-Lizenzen

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen mit den Vorstandvorsitzenden führender IT-Konzerne des Landes eine "schnelle" Bearbeitung von Anträgen auf Lieferungen an Huawei zugesagt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine Stellungnahme des Weißen Hauses. Das Treffen fand mit den Spitzen von Cisco Systems, Intel, Broadcom, Qualcomm, Micron Technology, Western Digital und Google statt.
Am Montag äußerten die Konzernspitzen bei Handelsminister Wilbur Ross, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, ihr Missfallen darüber, dass es keine klaren Richtlinien für den Verkauf an das chinesische Unternehmen gebe, berichtet Reuters laut einer über das Treffen unterrichteten Person. Der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow und Finanzminister Steven Mnuchin, nahmen ebenfalls an der Zusammenkunft teil.
Unter den Teilnehmern war Micron Chief Executive Sanjay Mehrotra. In einer Erklärung sagte Mehrotra: "Richtlinien, die einen offenen und fairen Handel unter gleichen Bedingungen gewährleisten, sind für die anhaltende Technologieführerschaft der USA und das Wirtschaftswachstum auf der ganzen Welt von entscheidender Bedeutung. " Huawei ist der größte Einzelkunde von Micron und das Unternehmen hat im vergangenen Monat die Lieferungen einiger Produkte an die chinesische Firma wieder aufgenommen.
Die USA werfen Huawei vor, die Iran-Sanktionen verletzt und US-amerikanisches geistiges Eigentum gestohlen zu haben, sowie Hintertüren für den chinesischen Geheimdienst in seiner Netzwerkausrüstung zu haben, was Huawei bestreitet. Belege für die vermeintliche Sicherheitsbedrohung wurden nicht vorgelegt.
Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret hatte Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation erklärt. Das US-Handelsministerium untersagte alle Geschäfte, die "ein Risiko für die USA darstellen" und setzte Huawei auf die sogenannte Entity-Liste. Nach dem G20-Treffen in Japan hatte Trump bekanntgegeben, er wolle bestimmte Lieferungen von US-Unternehmen an Huawei wieder zulassen.



