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Gigaset L800HX im Test: Alexa-Lautsprecher mit Telefonfunktion klingt schlecht

Mit Alexa über das Festnetz telefonieren? Das erlaubt Gigasets erster smarter Lautsprecher, der sich in eine bestehende DECT-Anlage integriert. Das Telefonieren auf Zuruf funktioniert gut, der Lautsprecher selbst hat aber eine entscheidende Schwäche.

Ein Test von veröffentlicht am
Gigaset L800HX
Gigaset L800HX (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Gigaset steigt mit einem besonderen smarten Lautsprecher in das Marktsegment ein. Neben den Funktionen von Alexa kann der Gigaset-Lautsprecher fast wie ein normales Telefon verwendet werden - und das alles mit Sprachsteuerung. Er ist in gewisser Weise eine Art Konkurrenz zu Amazons Echo Connect. Der verhilft jedem smarten Lautsprecher von Amazon zur Telefonie über das Festnetz, während das Gigaset-Modell die Telefonfunktionen direkt eingebaut hat. Der Gigaset-Lautsprecher benötigt eine DECT-Basisstation. Andere Alexa-Lautsprecher können über das Gigaset-Gerät nicht für die Telefonie über das Festnetz verwendet werden.

Inhalt:
  1. Gigaset L800HX im Test: Alexa-Lautsprecher mit Telefonfunktion klingt schlecht
  2. Echo Connect mit Unterschieden im Detail
  3. Verfügbarkeit und Fazit

In beiden Fällen wird aus dem Alexa-Lautsprecher eine Art Freisprecheinrichtung. Wir hatten uns beim Test des Echo Connect eine deutlich bessere Verständlichkeit bei Telefonaten für den Anrufer am anderen Ende der Leitung erhofft als bei der Benutzung eines normalen DECT-Telefons mit Freisprechfunktion. Das schaffen die Echo-Lautsprecher trotz der guten Mikrofone aber nicht. Wir waren gespannt, ob es die Konkurrenz besser hinbekommt - und haben uns den Klang des Gigaset-Lautsprechers angehört.

Der Gigaset-Lautsprecher hat oben fünf Tasten. Darüber können wir die Lautstärke justieren, die eingebauten Mikrofone stumm schalten, auf Knopfdruck einen Anruf annehmen oder ein laufendes Telefonat beenden. Ein längerer Druck auf die Telefontaste aktiviert Alexa. Zudem gibt es eine Menütaste, um die Audioquellen zu wechseln. Der Lautsprecher hat einen 3,5-mm-Klinkeneingang und kann Musik entweder über Bluetooth oder über die Gigaset-App zuspielen. Wie auch bei den Echo-Lautsprechern gibt es einen gut sichtbaren LED-Leuchtring, der sich aktiviert, sobald Alexa lauscht. Zudem gibt es nicht abschaltbare Signaltöne, wenn Alexa aktiviert wird, wenn der Alexa-Befehl beendet ist und die Antwort gesprochen wird.

  • Gigaset L800HX (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Gigaset L800HX (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
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  • Gigaset L800HX (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Gigaset L800HX (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Einrichtung des Gigaset-Lautsprechers ist schnell erledigt. Sie erfolgt über eine Gigaset-App, über die er auch mit einer bestehenden DECT-Anlage verbunden wird. Die App ist schlicht, aber zweckmäßig. Bei der Einrichtung ist zu beachten, dass an der DECT-Basis noch nicht die maximal sechs möglichen Geräte verbunden sind. Sonst kann der Lautsprecher nicht damit verbunden werden. Im Unterschied dazu wird Echo Connect über eine Kabelverbindung direkt mit dem Router verbunden und stellt die Telefoniefunktion somit allen Alexa-Lautsprechern mit Amazon-Schriftzug im Haushalt zur Verfügung.

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Der Gigaset-Lautsprecher ist das erste Alexa-Gerät, das nicht von Amazon stammt und dennoch für die Alexa-Telefoniefunktionen verwendet werden kann. Abgesehen davon behält Amazon die Alexa-internen Anruffunktionen den eigenen Geräten vor; auch mit Echo Connect sind Telefonate nur mit Echo-Lautsprechern möglich.

Das Gigaset-Modell nutzt die von Amazon bereitgestellten Telefoniefunktionen. Der Gigaset-Lautsprecher verwendet das Alexa-Telefonbuch, das in der Amazon-Cloud abgelegt ist und über die Alexa-App oder die Alexa-Webseite alexa.amazon.de/ gepflegt werden kann. Der Nutzer kann sein komplettes Smartphone-Adressbuch zu Amazon übertragen oder alternativ alle Kontakte manuell eingeben. Es ist weiterhin leider nicht möglich, etwa das DECT-Telefonbuch lokal in den Speicher der Geräte zu übertragen oder mit der Alexa-Cloud zu synchronisieren.

Alexa-Kontakte können manuell eingegeben werden

Wir haben uns wie im Echo-Test dazu entschieden, Kontakte manuell einzugeben, weil wir das Alexa-Telefonbuch nicht unnötig mit Kontakten befüllen wollen, die wir darüber ohnehin nie anrufen würden. Seit unserem Test des Echo Connect im Januar 2019 wurden zwar einige Schwachstellen im Zusammenhang mit der Alexa-Telefonie korrigiert, beim Hinzufügen neuer Kontakte gibt es aber immer noch die gleichen Schwierigkeiten.

In der Alexa-App können wir zwar neue Kontakte eingeben, aber dabei werden die Rufnummern eines Kontakts nicht als beruflich, Handy oder privat gekennzeichnet. Das sorgt dann für Probleme, wenn ein solcher Kontakt später mit einem Sprachbefehl angerufen werden soll. In der App ist der Fehler nicht ersichtlich, er fällt erst auf, wenn es bei der Nutzung Schwierigkeiten gibt. Eine Korrektur ist in der Alexa-App auch nicht möglich, das geht dann nur über die Alexa-Webseite, in der die jeweiligen Rufnummern passend zugeordnet werden müssen. Daher raten wir dazu, neue Kontakte über alexa.amazon.de im Browser anzulegen - oder zumindest alle hinterlegten Kontakte dort noch einmal auf eine korrekte Zuweisung hin zu überprüfen.

Der Gigaset-Lautsprecher kann etwas, das mit Echo Connect nicht geht: Wir können zwischen dem Lautsprecher und einem anderen DECT-Telefon interne Telefonate führen, wie es auch zwischen DECT-Mobilteilen möglich ist. Die Einrichtung erfolgt entweder über die Gigaset-App oder manuell über das Alexa-Telefonbuch. Wenn wir die Gigaset-App verwenden, können wir die DECT-Mobilteile und auch den Lautsprecher mit einem Namen versehen. Die App trägt diese Kontakte in das Smartphone-Adressbuch ein und synchronisiert es dann mit dem Alexa-Telefonbuch.

Wer die Einträge im Alexa-Adressbuch manuell vornehmen möchte, verwendet folgendes System: Das DECT-Mobilteil INT1 wird mit der Telefonnummer 11111111111 im Adressbuch eingetragen, während etwa das DECT-Gerät INT6 die Nummer 11111111116 hat. Es sind also immer zehn Einsen, gefolgt von der Nummer des entsprechenden DECT-Geräts.

Gute Einbindung in eine DECT-Telefonanlage

Damit bindet sich der Gigaset-Lautsprecher deutlich besser in eine bestehende DECT-Telefonanlage ein als der Echo Connect, mit dem keine internen Telefonate zu anderen DECT-Mobilteilen möglich sind. Wir können auch Anrufe auf einem DECT-Telefon annehmen und auf dem Gigaset-Lautsprecher weiterführen. Der umgekehrte Weg ist derzeit leider nicht möglich, wir können also einen am Gigaset-Lautsprecher begonnenen Anruf nicht auf ein anderes DECT-Mobilteil legen.

Bei eingehenden Anrufen wird der Name des Anrufers auf dem Lautsprecher angesagt und parallel dazu erstrahlt der Leuchtring. Wenn der Kontakt nicht im Adressbuch hinterlegt ist, wird die Rufnummer angesagt. Dann genügt ein einfaches "Alexa, Anruf annehmen" und schon können wir mit der Person auf der anderen Seite sprechen, ohne einen Finger rühren zu müssen. Das Annehmen eingehender Anrufe ist also sehr bequem, für das Anrufen gilt das nur bedingt.

Prinzipiell können wir auch Rufnummern ansagen, das ist jedoch etwas mühselig. Bequemer ist es, die Namen gespeicherter Kontakte anzurufen. Dabei stießen wir auf die gleichen Probleme wie beim Test des Echo Connect: Unproblematisch sind Kontakte mit nur einer Rufnummer, nach Ansage des Namens erfolgt der Anruf.

Schwierig wird es aber, wenn einem Kontakt mehrere Nummern zugewiesen sind. Dann gibt es bei uns sehr oft eine Nachfrage, welche Nummer denn angerufen werden soll - wie schon beim Test des Echo Connect. Ebenfalls identisch ist das Verhalten, wenn es um verpasste Anrufe geht: Es gibt am Gigaset-Lautsprecher keinen Hinweis darauf.

Telefonieren mit dem Gigaset-Lautsprecher

Bezüglich der Sprachqualität hat uns der Gigaset-Lautsprecher ähnlich enttäuscht wie der Echo Connect: Als Besitzer des Gigaset-Lautsprechers können wir uns gut mit dem anderen Gesprächspartner unterhalten, wir können ihn gut verstehen. Der Anrufer hingegen merkt deutlich, dass es sich um ein Freisprechsystem handelt. Die Qualität ist nicht besser als die Freisprechfunktion herkömmlicher Telefone - mit dem Nachteil, dass ich mit dem Gigaset-Lautsprecher im selben Raum bleiben muss, während ich mich mit einem DECT-Telefon in andere Räume bewegen kann. Es gibt also die gleiche Beschränkung wie beim Echo Connect, selbst wenn ich diesen mit mehreren Alexa-Lautsprechern betreibe.

Auch wenn der Echo Connect und der L800HX, was die Telefonie betrifft, auf den ersten Blick recht ähnliche Produkte zu sein scheinen, so gibt es doch viele eher verborgene Unterschiede.

Echo Connect mit Unterschieden im Detail 
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Xilef 27. Jun 2019 / Themenstart

Was haben Sie für ein Smartphone. IOS? Android? Die haben auch ein Microfon und ein...

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