Gigantische Explosion: Womöglich erste Superkilonova entdeckt

Eine Forschungsgruppe hat in einem Gravitationswellensignal offenbar ein bisher noch nie gesehenes kosmisches Ereignis entdeckt: eine sogenannte Superkilonova. Das ist eine Kombination aus einer Supernova und einer Kilonova. Dies wurde am 15. Dezember 2025 in einer Studie, die im Fachmagazin The Astrophysical Journal Letters veröffentlicht wurde(öffnet im neuen Fenster) , bekannt gegeben.
Bei einer Supernova handelt es sich um den Kollaps eines massereichen Sterns, der eine gigantische Sternenexplosion zur Folge hat. Manchmal bleibt dabei ein schwarzes Loch oder ein kleiner, aber toter Sternkern übrig. Da diese hauptsächlich aus Neutronen bestehen, werden sie auch Neutronensterne genannt.
Eine Kilonova und ihre Entdeckung
Eine Kilonova beschreibt dagegen die Explosion, die entsteht, wenn zwei Neutronensterne miteinander kollidieren. Diese ist so gewaltig, dass dabei schwerere Elemente wie Eisen, etwa Gold und Silber, entstehen können.
Bisher wurde nur einmal eine Kilonova eindeutig entdeckt: das Gravitationswellensignal GW170817. Es wurde im Jahr 2017 von dem Gravitationswellen-Observatorium Ligo und seinem europäischen Partner Virgo aufgespürt.
Astronomen in Aufruhr
Doch am 18. August 2025 wurde von der Forschungsgruppe vom Caltech (California Institute of Technology) ein Gravitationswellensignal entdeckt, das die Fachwelt in Aufruhr brachte. Denn das Signal ähnelte dem von GW170817. Nach der Entdeckung wurde ein Beobachtungsaufruf an Astronomen weltweit gesendet.
Zunächst wurde ein schnell verblassendes rotes Objekt in einer Entfernung von 1,3 Milliarden Lichtjahren entdeckt. Das ist ungefähr derselbe Ort, aus dem die Quelle der Gravitationswellen stammt.
"Zunächst sah der Ausbruch etwa drei Tage lang genauso aus wie die erste Kilonova im Jahr 2017" , teilt Mansi Kasliwal vom California Institute of Technology mit(öffnet im neuen Fenster) . "Alle haben intensiv versucht, sie zu beobachten und zu analysieren, aber dann begann sie, mehr wie eine Supernova auszusehen, und einige Astronomen verloren das Interesse. Wir nicht."
Was ist eine Superkilonova?
Die Ereignisse schienen auf eine Kilonova hinzuweisen, die aus einer Supernova-Explosion hervorging und die Sicht der Astronomen versperrte. Das würde AT2025ulz zum Ergebnis einer Superkilonova machen, ein mächtiges kosmisches Ereigniss, das lange vermutet, aber nie zuvor entdeckt wurde.
Superkilonovae zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit einer Supernova-Explosion beginnen, die den Tod eines Sterns markiert. Doch statt einen einzigen neuen Neutronenstern zu bilden, entstehen zwei Neutronensterne.
Diese toten Sterne nähern sich in einem spiralförmigen Prozess einander an und verschmelzen schließlich. Dabei entsteht eine Explosion mit elektromagnetischer Strahlung und eine Wucht von Gravitationswellen wird freigesetzt, die man am 18. August 2025 beobachtet hat und mittlerweile als AT2025ulz bezeichnet.
Ein rotes und blaues Leuchten
Daraufhin folgten weitere Untersuchungen, etwa mit dem Fraunhofer-Teleskop in Deutschland. Man erkannte, dass der als AT2025ulz assoziierte Lichtblitz, schnell verblasste und ein Leuchten in roten Lichtlängen hinterließ. Verantwortlich dafür waren schwere Elemente wie Gold, die die Kilonova umhüllten. Diese blockierten das kurzwellige blaue Licht, ließen aber das langwellige rote Licht passieren.
Einige Tage nach der Explosion begann AT2025ulz jedoch heller zu leuchten und sich blau zu färben, wobei Anzeichen für Wasserstoffemissionen auftraten. Und diese sind Merkmale von Supernovae, nicht von Kilonovae.
Das Problem ist, dass Supernovae zwar Gravitationswellen erzeugen, aber eine 1,3 Milliarden Lichtjahre entfernte Supernova sollte im Gegensatz zu einer Kilonova keine Gravitationswellen erzeugen können, die stark genug sind, um von Ligo erfasst zu werden.
Und das Gravitationswellensignal zeigte, dass einer der an der Verschmelzung beteiligten Neutronensterne weniger massiv war als unsere Sonne. Doch Neutronensterne haben eigentlich eine Masse, die dem 1,2-fachen bis Doppelten der Sonnenmasse entspricht.
Deswegen geht das Team davon aus, dass ein oder zwei kleine Neutronensterne zu einer Kilonova verschmolzen sind. Es sind allerdings noch weitere Untersuchungen nötig, um die Superkilonova zu bestätigen.



