Abo
  • Services:
Anzeige
Lithium-Ionen-Batterie eines Chevrolet Volt
Lithium-Ionen-Batterie eines Chevrolet Volt (Bild: Rebecca Cook/Reuters)

Elektroautos: VW will angeblich Milliarden in Batteriefabrik investieren

Lithium-Ionen-Batterie eines Chevrolet Volt
Lithium-Ionen-Batterie eines Chevrolet Volt (Bild: Rebecca Cook/Reuters)

Die Erfolge anderer Elektroautohersteller und die Dieselaffäre haben VW aufgeschreckt. Für die Zukunft der Elektromobilität will der Autokonzern aber nicht von anderen Batterieherstellern abhängig werden.

Der Autokonzern Volkswagen plant angeblich den Bau einer eigenen Batteriefabrik für mehrere Milliarden Euro. Wie das Handelsblatt berichtet, will VW auf diese Weise ehrgeizige Pläne zum Bau von Elektroautos umsetzen, ohne gleichzeitig von asiatischen Batterieherstellern wie Panasonic, LG oder Samsung abhängig zu werden. Unklar sei allerdings, in welchem Land die Batterien gebaut werden könnten.

Anzeige

VW dementierte nach Angaben der Süddeutschen Zeitung, dass es schon einen fixen Plan für eine Fabrik gebe. Das seien "Spekulationen", sagte ein Sprecher des Unternehmens dem Blatt zufolge und fügte hinzu: "Grundsätzlich gilt: Wir haben die Elektromobilität in die Mitte des Konzerns geholt und umfangreiche Kompetenzen aufgebaut." Volkswagen habe sich das Ziel gesetzt, bis 2018 Marktführer in der E-Mobilität zu werden.

Standortauswahl noch nicht gefallen

Schon in zehn Jahren sollen VW, Audi, Porsche, Seat und Skoda nach dem Willen von Konzernchef Matthias Müller eine Million Elektroautos pro Jahr bauen, berichtete das Handelsblatt. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei die Batterieproduktion ein: Nur wenn die Zellen genügend Energie speichern können, sich schnell aufladen lassen und nicht zu teuer sind, eignen sie sich für einen Massenmarkt. Der US-amerikanische Elektroautohersteller Tesla hatte schon vor zwei Jahren angekündigt, in einer eigenen "Gigafactory" Lithium-Ionen-Akkuzellen zu bauen und damit die Kosten um bis zu 30 Prozent zu reduzieren. Die Fabrik soll 2020 mehr Akkus bauen als 2013 weltweit insgesamt hergestellt wurden.

Dem Handelsblatt zufolge setzen sich die Betriebsräte von VW dafür ein, die Batteriefabrik an den Produktionsstandorten in Salzgitter oder Kassel zu bauen. Denn mit der Elektrifizierung fielen langfristig Komponenten wie Getriebe und Verbrennungsmotoren weg, deren Herstellung bislang Tausende von Jobs sichere. Entscheidend für die Standortauswahl seien aber die Kosten für Energie und Logistik. Ob letztlich eine Fabrik in Deutschland, Osteuropa oder Asien errichtet werde, sei noch offen.

VW verfügt aber nicht über das Know-how, selbst die Batterieproduktion aufzubauen. Sollte es eine Entscheidung für den Bau einer Fabrik geben, dann würde der Vorstand nach Interessenten suchen, schreibt das Handelsblatt. Wolle man nicht den Asiaten das Feld überlassen, dann wären Bosch oder Continental eine Alternative. Bosch experimentiert derzeit mit einer neuen Lithium-Batterie, die die Reichweite von Elektroautos verdoppeln und die Kosten gleichzeitig senken könnte.

Nachtrag vom 27. Mai 2016, 13:15 Uhr

Solche Pläne finden auch die Unterstützung von Politik, Verbänden und Gewerkschaften. "Von der Forschung bis zur Automobilherstellung haben wir alles hier. Was fehlt, ist die Zellproduktion", sagte Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, dem Tagesspiegel. Die Batteriezelle sei entscheidend für die Attraktivität des Endprodukts Elektroauto. "Ich persönlich rechne damit, dass es schon sehr bald unternehmerische Entscheidungen für den Aufbau einer Zellproduktion in Deutschland geben wird". Die Debatten mit der Autoindustrie seien in der Vergangenheit allerdings "nicht fruchtbar" gewesen, sagt Schütte. "Wir sind in den letzten fünf Jahren nicht weitergekommen".

Auch Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA), hält demnach eine Produktion in Deutschland für notwendig. Wenn ein technologischer Durchbruch bei der Entwicklung einer neuen Zellgeneration gelinge, "kommt auch eine Zellproduktion in Deutschland in Betracht". Derzeit werde das "branchenübergreifend im Rahmen der Nationalen Plattform diskutiert".

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hofft ebenfalls auf eine Batterieproduktion in Deutschland. Er befürchte, dass ohne eine deutsche Produktion von Batteriezellen "die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern zementiert wird", sagte Hofmann dem Tagesspiegel.


eye home zur Startseite
wasabi 30. Mai 2016

Bei Elektroautos habe ich nicht den Eindruck, dass Effizienz das höchste Ziel ist. BMW...

Trollversteher 30. Mai 2016

Hier die Stimmrechtsverteilung der VW-Aktionäre: Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart...

WonderGoal 30. Mai 2016

Tesla hat 2014 seine komplette Akkutechnologie für andere Unternehmen freigegeben, um...

DrWatson 28. Mai 2016

Asozial ist es doch gerade, wenn die anderen, weniger privilegierten Branchen dafür...

simpletech 28. Mai 2016

Eher eine kleine Eröffnung. Ist ja erst zu 14% fertig. http://fortune.com/2016/05/27...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Knauf Information Services GmbH, Iphofen bei Würzburg
  2. DATAGROUP Köln GmbH, Aschaffenburg
  3. Daimler AG, Germersheim
  4. ckc ag, Region Braunschweig/Wolfsburg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 79,98€ + 5€ Rabatt (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 19,99€
  3. ab 47,99€

Folgen Sie uns
       


  1. DMT Bonding

    Telekom probiert 1 GBit/s ohne Glasfaser aus

  2. Telekom-Software

    Cisco kauft Broadsoft für knapp 2 Milliarden US-Dollar

  3. Pubg

    Die blaue Zone verursacht künftig viel mehr Schaden

  4. FSFE

    "War das Scheitern von Limux unsere Schuld?"

  5. Code-Audit

    Kaspersky wirbt mit Transparenzinitiative um Vertrauen

  6. iOS 11+1+2=23

    Apple-Taschenrechner versagt bei Kopfrechenaufgaben

  7. Purism Librem 13 im Test

    Freiheit hat ihren Preis

  8. Andy Rubin

    Drastischer Preisnachlass beim Essential Phone

  9. Sexismus

    US-Spielforum Neogaf offenbar abgeschaltet

  10. Kiyo und Seiren X

    Razer bringt Ringlicht-Webcam für Streamer



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
ZFS ausprobiert: Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
ZFS ausprobiert
Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
  1. Librem 5 Purism zeigt Funktionsprototyp für freies Linux-Smartphone
  2. Pipewire Fedora bekommt neues Multimedia-Framework
  3. Linux-Desktops Gnome 3.26 räumt die Systemeinstellungen auf

Verschlüsselung: Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
Verschlüsselung
Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
  1. RSA-Sicherheitslücke Infineon erzeugt Millionen unsicherer Krypto-Schlüssel
  2. TLS-Zertifikate Zertifizierungsstellen müssen CAA-Records prüfen
  3. Certificate Transparency Webanwendungen hacken, bevor sie installiert sind

Zotac Zbox PI225 im Test: Der Kreditkarten-Rechner
Zotac Zbox PI225 im Test
Der Kreditkarten-Rechner

  1. Re: Kaputte Tastatur

    non_existent | 17:31

  2. Re: Vermutlich wurde der Taschenrechner in Java...

    CHU | 17:28

  3. Re: Was hat das mit Sexismus zu tun?

    Yash | 17:27

  4. Was soll man sonst machen...

    CHU | 17:24

  5. Re: Die FSFE hätte ihren Sitz nach München...

    luzipha | 17:23


  1. 17:38

  2. 16:38

  3. 16:28

  4. 15:53

  5. 15:38

  6. 15:23

  7. 12:02

  8. 11:47


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel