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Gigafactory in Grünheide: Umweltverbände haben Bedenken gegen neue Tesla-Pläne

Der Naturschutzbund und die Grüne Liga sehen in den Plänen für Teslas Gigafactory bei Berlin weiter Risiken für die Umwelt.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Es gab Hunderte Beschwerden gegen Teslas Bauvorhaben Gigafactory in Grünheide. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Es gab Hunderte Beschwerden gegen Teslas Bauvorhaben Gigafactory in Grünheide. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Mehrere Umweltverbände sehen auch die jüngsten Pläne des US-Elektroautoherstellers Tesla für seine Fabrik in Grünheide bei Berlin kritisch. Die Beurteilung der geplanten Batteriefabrik in den neuen Antragsunterlagen für die Genehmigung sei schwierig, "weil alles geschwärzt ist" , sagte der Landesgeschäftsführer der Grünen Liga, Michael Ganschow.

"Die Mengenangaben kann man nicht nachvollziehen, die Stoffe nicht nachvollziehen." Die Batteriefabrik werde auf die Grenze eines Wasserschutzgebietes gebaut, so dass bestimmte Gefahrenstoffe nicht verboten seien. Er sieht auch Widersprüche in der Frage der Überdachung von Tankanlagen.

In der Tesla-Fabrik in Grünheide soll unter anderem der Kompakt-SUV Model Y produziert werden. Kurz vor Beginn der Auslieferungen hat das Unternehmen das neue Modell Model Y vergangene Woche erstmals in Deutschland präsentiert .

Neues Model Y kommt vorerst nicht aus Grünheide

Das in Berlin gezeigte Fahrzeug kam aus Shanghai. Bis die Produktion im Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin anläuft, sollen der deutsche und der europäische Markt mit Model-Y-Fahrzeugen aus China versorgt werden.

Tesla wollte ursprünglich im Juli mit der Produktion des Model Y in Grünheide beginnen, doch die Fertigstellung des ersten europäischen Werks dauert nach Verzögerungen im Genehmigungsverfahren länger. Der Beginn der Auslieferungen des Model Y in Europa war für das dritte Quartal angekündigt worden, die ersten Wagen sollen nun im August 2021 an die Käufer gehen.

Gigafactory in Grünheide will Produktion Ende 2021 beginnen

Der Start der Produktion in Grünheide ist aktuell bis Ende des Jahres geplant. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung durch das Land Brandenburg steht aus, deshalb hofft das Unternehmen auf einzelne vorzeitige Zulassungen.

Tesla beginnt mit Auslieferung des Model Y - Bericht
Tesla beginnt mit Auslieferung des Model Y - Bericht (01:16)

Die Geschäftsführerin des Nabu Brandenburg, Christiane Schröder, lehnt weitere vorzeitige Zulassungen für Tesla ab. "Weil man hier einfach Gefahr läuft, Dinge in die Landschaft zu bauen und Störfälle zu erzeugen, die dann nicht mehr eingefangen werden können" , sagte Schröder.

Beide Umweltverbände waren im Juli 2021 mit einem Eilantrag gegen eine weitere vorzeitige Genehmigung für den Bau gescheitert . Anfang August 2021 wies das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eine sogenannte Anhörungsrüge der beiden Verbände ab.

Umweltverbände fordern, dass Gesetze eingehalten werden

Der Anwalt der Verbände, Thorsten Deppner, sagte dazu aus aktuellem Anlass: "Das Ziel ist nicht, das Vorhaben zu stoppen, das Ziel ist, dafür Sorge zu tragen, dass sich auch ein Unternehmen wie Tesla mit diesem großen Projekt an geltendes Recht und Gesetz hält."

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Die Frist für Einwendungen gegen den aktualisierten Antrag von Tesla für die Genehmigung der Fabrik lief Ende letzter Woche um Mitternacht ab. Mindestens 643 Einwender gab es bisher insgesamt, teilte das Umweltministerium auf Anfrage mit. Mindestens 314 Kritiker hätten sich bei der jüngsten Auslegung von Unterlagen mit Einwänden gegen die Ansiedlung ans Land gewendet.

Baustopp bis zur Klärung offener Fragen gefordert

Dazu zählen mehr als 229 neue Einwender, die noch nicht bei den ersten beiden Auslegungen von Unterlagen geschrieben hätten. Die Zahl aller Einwender stehe aber noch nicht komplett fest.

Tesla hatte nach Kritik an den Bauplänen Änderungen vorgenommen und zum Beispiel den geplanten Wasserverbrauch gesenkt. Die Bürgerinitiative Grünheide gegen die Tesla-Fabrik und der Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg bekräftigten ihre Forderung nach einem Baustopp bis zur Klärung von Fragen des Wasserbedarfs, der Abwasserbehandlung und des Umgangs mit Störfällen.


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