Gigafactory Grünheide: Tesla und Gewerkschaft lassen Vorwürfe vorerst ruhen
Im Streit über eine Tonaufnahme einer Betriebsratssitzung haben Tesla und die IG Metall vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt (Oder) einen Vergleich geschlossen. Wie Gerichtssprecherin Jutta Homann der Deutschen Presse-Agentur sagte, verpflichten sich darin beide Seiten, bestimmte Vorwürfe und Behauptungen rund um die umstrittene Sitzung vom 10. Februar 2026 bis zum Abschluss der Betriebsratswahlen am 4. März nicht zu wiederholen.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer Strafanzeige Teslas gegen einen Gewerkschaftssekretär der IG Metall. Dieser soll heimlich und unerlaubt die Betriebsratssitzung mit seinem Laptop aufgenommen haben. Die Behörde leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz ein.
Umgekehrt ermittelt die Anklagebehörde nach einer Strafanzeige der IG Metall gegen den Werksleiter des US-Elektroautobauers in Grünheide bei Berlin, André Thierig. Hier geht es um den Vorwurf der üblen Nachrede.
Konzentration auf die anstehende Betriebsratswahl
IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto erklärte zu dem Vergleich, jetzt könne man sich wenige Tage vor der Betriebsratswahl Anfang März voll auf die Inhalte konzentrieren. "Es geht bei der Wahl nächste Woche um bessere Arbeitsbedingungen in der Gigafactory – da gibt es viel zu tun."
Der Tesla-Chef persönlich wandte sich in einer Videobotschaft an die Belegschaft in Grünheide in Brandenburg, um indirekt vor der Gewerkschaft zu warnen. "Die Dinge werden sicherlich schwieriger, wenn es sozusagen externe Organisationen gibt, die Tesla in die falsche Richtung drängen" , sagte Musk laut Handelsblatt. "Wir werden die Fabrik nicht schließen, aber realistisch gesehen werden wir auch nicht erweitern." Werksleiter André Thierig war extra zu Musk in die USA gereist.
Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen setzt sich für einen Tariflohn ein. "Bei dieser Betriebsratswahl steht sehr viel auf dem Spiel" , sagte Bezirksleiter Jan Otto. "Die Arbeitsbedingungen bei Tesla in Grünheide müssen endlich besser werden." Die Mitglieder forderten Gleichstellung mit den Kolleginnen und Kollegen in allen anderen Autowerken in Deutschland. Die Gewerkschaft sieht auch eine kritische Arbeitsbelastung.
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