Gigafactory Berlin: Tesla-Wasservertrag in Grünheide möglicherweise vor dem Aus

Nach fast zweijährigen Verhandlungen droht der Deal zwischen Tesla und dem Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) an nachträglichen Einwänden des Konzerns zu scheitern. Das berichtete der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) . Ein brisantes Zusatzschreiben, das dem Nachrichtenmagazin vorliegt, könnte den Vertrag ungültig machen.
Die Ausgangslage war kompliziert: Das Tesla-Werk in Grünheide liegt größtenteils in einem Trinkwasserschutzgebiet. Diese Lage führte zu anhaltenden Spannungen zwischen dem Unternehmen und dem örtlichen Wasserverband. Die schwierige Situation zwang beide Parteien schließlich zu neuen Gesprächen.
Fast zwei Jahre lang verhandelten Tesla und der WSE über einen überarbeiteten Vertrag. Die Vereinbarung sah vor, dass Tesla nicht benötigte Wasserkapazitäten von 377.000 Kubikmetern an den Verband zurückgibt. Im Austausch sollten die Grenzwerte für bestimmte Schadstoffe angepasst werden.
Der WSE unterzeichnete den neuen Vertrag am 16. April und sendete ihn an Tesla. Rund zwei Monate später erhielt der Wasserverband die gegengezeichnete Version zurück. Zusätzlich lag ein mehr als zweiseitiges Begleitschreiben von Werkschef André Thierig bei.
Nachträgliche Einwände gefährden Abschluss
In seinem Schreiben äußerte Thierig zunächst zwar die Hoffnung auf eine "konstruktive, sachliche Kooperation" . Tesla führte dann jedoch sechs Punkte auf, die aus Sicht des Unternehmens noch unklar seien.
Die Einwände betreffen teilweise grundsätzliche Aspekte, teilweise technische Details. Ein Streitpunkt ist die Frage, welche Version der WSE-Satzung im Vertrag gelten solle. Tesla sieht unterschiedliche Versionen im Vertrag und Anhang festgehalten. Das Unternehmen bevorzugt die neuere Version, was möglicherweise Preisänderungen zur Folge hätte.
Weitere Unstimmigkeiten sieht Tesla bei den Regelungen zu Grenzwertüberschreitungen im Schmutzwasser. Auch Ver- und Entsorgungsbedingungen sind aus Sicht des Konzerns nicht eindeutig geregelt. Verschiedene Vertragsabschnitte würden sich widersprechen.
Thierig betonte in seinem Schreiben, dass Tesla davon ausgehe, in diesen Punkten das gleiche Verständnis wie der WSE zu haben. Daher sehe das Unternehmen keine Notwendigkeit für weitere Vertragsänderungen. Diese Einschätzung könnte jedoch problematisch werden, falls der Wasserverband die Punkte anders bewertet.