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Gigafactory Berlin: Tesla überschreitet Abwassergrenzwerte "erheblich"

Die Tesla-Fabrik in Grünheide führt zu höheren Belastungen im Abwasser. Doch das hat offenbar weniger mit der eigentlichen Produktion zu tun.
/ Friedhelm Greis , dpa
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Die Tesla-Fabrik in Grünheide belastet das Abwasser wie erwartet stark. (Bild: Halil Sagirkaya/Anadolu/Reuters)
Die Tesla-Fabrik in Grünheide belastet das Abwasser wie erwartet stark. Bild: Halil Sagirkaya/Anadolu/Reuters

Der US-Autohersteller Tesla überschreitet in Grünheide bei Berlin dem Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) zufolge "ständig und in erheblicher Weise" zulässige Abwassergrenzwerte. Das betreffe die Werte für refraktären Phosphor sowie für Gesamtstickstoff, wie aus einer WSE-Beschlussvorlage hervorgehe, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

"Mehrere Aufforderungen und Abmahnungen blieben ergebnislos" , heißt es in dem Papier. "Eine Abhilfe wurde für die Zukunft weder angegangen noch in Aussicht gestellt." Unter refraktären Verbindungen werden Stoffe verstanden, die beispielsweise in einer Kläranlage kaum abgebaut werden können.

Der WSE will bei einer außerordentlichen Verbandsversammlung Anfang März 2024 beraten, ob er die Abwasserentsorgung bei Tesla einstellen wird. Andernfalls drohten dem Verband Mehrbelastungen in Millionenhöhe. Zudem könnte es zu einem Entsorgungsstopp für sämtliche Verbandsabwässer in der Kläranlage Münchehofe kommen.

Höhere Werte durch mehr Recycling

Der Autohersteller verwies darauf, dass das Unternehmen bisher weder über die außerordentliche Versammlung noch über den entsprechenden Tagesordnungspunkt informiert worden sei. Tesla verfügt nach Unternehmensangaben über eigene Abwasseraufbereitungsanlagen zur vollständigen Rückgewinnung von Prozessabwasser.

"Im Wesentlichen fallen noch Abwässer aus dem Betrieb der sanitären Anlagen und Küchen an" , hieß es. "Mit dem Wegfall des industriellen Abwassers setzt sich das einzuleitende Abwasser der Gigafactory im Ergebnis wie ein typisches kommunales Abwasser zusammen."

Nach einer Einschätzung der Berliner Wasserbetriebe vom April 2023 (PDF)(öffnet im neuen Fenster) war damit zu rechnen, dass "die vereinbarten Werte für den refraktären Phosphor nicht immer und für den Stickstoff gesamt eher selten eingehalten werden" . Darüber hinaus rechneten die Wasserbetriebe damit, dass mit der Zunahme des Recyclings von Produktionsabwasser der Anteil des Sanitärabwassers steigen werde, wodurch auch die Phosphor- und Stickstoffwerte zulegten.


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