Gigafactory Berlin: Tesla-Shuttlezug stellt kein Störfallrisiko dar

Inzwischen können Tesla-Mitarbeiter mit einem Shuttlezug auf das Werksgelände in Grünheide fahren. Doch Umweltschützer sehen Sicherheitsrisiken.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Der Bahnsteig des neuen Tesla-Shuttlezuges auf dem Werksgelände
Der Bahnsteig des neuen Tesla-Shuttlezuges auf dem Werksgelände (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Der neue Fabrik-Shuttlezug des US-Elektroautoherstellers Tesla muss keine speziellen Sicherheitsauflagen für einen möglichen Störfall erfüllen. Der Zug zwischen dem Bahnhof Erkner bei Berlin und dem Werksgelände in Grünheide, der am 5. September 2023 erstmals startete, unterliegt nicht dem Störfallrecht.

Die Autofabrik, deren Bau im März 2022 vom Land Brandenburg genehmigt wurde (g+), muss dagegen bestimmte Auflagen erfüllen, um einen Störfall zu verhindern oder darauf zu reagieren. Dazu zählen Berichte und Meldepflichten. Der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg zeigt sich besorgt.

Tesla wies dagegen Bedenken zurück. Der Zug sei keine störfallrelevante Anlage, weil dort nicht mit entsprechenden Stoffen umgegangen werde, heißt es dort. Die Störfallverordnung finde auf die Fabrik Anwendung, weil die Anlage als Betriebsbereich der unteren Klasse eingestuft sei – das habe aber keine Folgen für den Betrieb des Zugs. Der Haltepunkt sei ausreichend von den störfallrelevanten Anlagen entfernt, so dass keine erhöhten Sicherheitsanforderungen griffen. Bei der Einstufung geht es um das Gefahrenpotenzial. Ab einer bestimmten Schwelle fällt eine Anlage in die obere Klasse.

60 Fahrten täglich vorgesehen

In der Genehmigung durch das Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) heißt es, wegen des Eisenbahnbauvorhabens bestehe keine Möglichkeit, dass ein Störfall nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz eintrete. Zudem handle es sich um eine öffentliche Eisenbahninfrastruktur.

Die Grüne Liga hält die Genehmigung für den Shuttle für rechtswidrig. Das LBV ignoriere, dass die Autofabrik nach der Genehmigung eine störfallrelevante Anlage sei. "Der Zug wird zukünftig mitten im Sicherheitsbereich des schon vieldiskutierten Kältemitteltanklagers halten", sagte Landesgeschäftsführer Michael Ganschow. Gefahren würden von Behörden und von Tesla ignoriert.

Das LBV begründete die Einstufung ohne Störfall-Relevanz auch damit, dass das Vorhaben keiner der Klassen der Störfall-Verordnung (PDF) zuzuordnen sei und es sich bei der Bahn nicht um wichtige Verkehrswege mit einem Verkehrsaufkommen von 30.000 Zügen im Jahr handle.

Der Shuttle zur Anbindung der einzigen E-Auto-Fabrik Teslas in Europa soll von Montag bis Freitag knapp 60-mal am Tag auf der Strecke pendeln. Damit sollen allein zum Schichtwechsel mehr als 1.500 Mitarbeiter direkt auf das Werksgelände gebracht werden. Der Zug ist nach Angaben des US-Unternehmens kostenlos und kann auch von Bürgern genutzt werden. Er ersetzt den Busshuttle zwischen Erkner und der Fabrik.

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sepp_augstein 07. Sep 2023

Wirkt wie ein Haufen Frühpensionäre, die als Hobby zwanghaft anderen Leuten das Leben...

gadthrawn 07. Sep 2023

Naja, Polen greift gegen Umweltschützer durch. Inkl. polizeiliche Überwachung. Polen...

Weitsicht0711 07. Sep 2023

Ich habe mir ein paar Bilder angeschaut, dann recht mir auch was ich wissen will und...

bofhl 07. Sep 2023

Wollen Touristen tatsächlich in dieses Kaff?



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