Gigafactory Berlin: IG Metall steht bereit für Tesla-Mitarbeiter

Die Gewerkschaft hat in der Nähe von Teslas Fabrik in Grünheide ein Büro eröffnet und will möglichst viele Beschäftigte beraten.

Artikel veröffentlicht am , dpa/
Mann mit IG-Metall-Flagge (Symbolbild): Unterstützung bei Vorstellungsgesprächen, Arbeitsverträgen und der Betriebsratswahl
Mann mit IG-Metall-Flagge (Symbolbild): Unterstützung bei Vorstellungsgesprächen, Arbeitsverträgen und der Betriebsratswahl (Bild: Carsten Koall/Getty Images)

Das wird Elon Musk nicht gefallen: Die IG Metall will möglichst viele Beschäftigte der neuen Fabrik des Elektroautoherstellers Tesla in Grünheide vertreten. "Wir haben ein Büro ganz in der Nähe des Werksgeländes geöffnet und stehen den Arbeitnehmern für Fragen jedweder Art zur Verfügung", sagte Birgit Dietze, Bezirksleiterin für Berlin, Brandenburg und Sachsen bei der Gewerkschaft, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Als Themen nannte Dietze Vorstellungsgespräche, Arbeitsverträge oder den Arbeitsalltag bei Tesla. "Wir unterstützen natürlich auch die Betriebsratswahl. Und wir stehen für gewerkschaftliche Fragen zur Verfügung: Entgelt, Dauer der Arbeitszeit, Schichtfragen und so weiter."

Die Produktion in dem Werk in Grünheide soll Anfang des neuen Jahres starten. Künftig sollen etwa 12.000 Mitarbeiter dort bis zu 500.000 Elektroautos im Jahr bauen. Nach Erkenntnis der Gewerkschaft waren bis Weihnachten 1.800 Beschäftigte eingestellt. "Wir gehen davon aus, dass die erste Produktionsstufe mit etwa 6.000 Beschäftigten anlaufen wird", sagte Dietze.

Tesla zieht andere Unternehmen nach

Rund um das Werk werde sich weitere Industrie ansiedeln. "In Bezug auf die Transformation ist es erforderlich, die Beschäftigten mitzunehmen", betonte die IG-Metall-Mitarbeiterin. "Wir sind nicht die Dinosaurier des Industrie-Zeitalters, sondern schauen fortschrittlich nach vorn. Wir mischen uns aktiv in die Fragen der industriepolitischen Gestaltung ein."

Sollte es eines Tages zu Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und Tesla kommen, ist ein Streitpunkt schon absehbar. Nach ihren Erkenntnissen soll ein Teil des Tesla-Entgelts über Aktienoptionen erzielt werden, sagte Dietze. "Optional on top zu einem gesicherten Tarifstandard wie dem der Tariflandschaft der Metall- und Elektroindustrie hätten wir keinen Einwand", erklärte die Gewerkschafterin. "Was aber nach Einschätzung unserer Mitglieder generell nicht geht, ist, dass Teile des Entgelts so durchflexibilisiert sind, dass der Beschäftigte nicht genau weiß: Was kommt denn am Ende des Monats oder des Jahres für mich raus?"

Tesla-Chef Musk dürften die Aktivitäten der IG Metall nicht gefallen: Er ist erklärter Gegner von Gewerkschaften. In den USA soll Tesla Mitarbeiter entlassen haben, weil diese sich für die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) engagierten. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte vor einem Jahr versucht, mit Musk Kontakt aufzunehmen und mit ihm über Themen wie Mitbestimmung und Gewerkschaftsarbeit zu sprechen. Eine Antwort auf sein Schreiben an Musk erhielt er nicht.

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demon driver 03. Jan 2022

Bin mir nicht sicher, ob die Erkenntnis da irgendwann kommt. Wenn man die Berichte aus...

demon driver 03. Jan 2022

Dir ist vieles nicht bewusst, was hier bei solchen Themen jedem offensichtlich wird...

Dwalinn 03. Jan 2022

Wenn der Arbeitgeber nicht verhandeln will weil es einen Tarifvertrag gibt riskiert er...

Dwalinn 03. Jan 2022

Jetzt darf man Tesla aber auch nicht nicht mit sowas wie Ford vergleichen. Angeblich...



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