Gigafactory Berlin: Grünheide lehnt Teslas Expansionspläne ab

Eine deutliche Mehrheit der Einwohner von Grünheide hat in einem Bürgerentscheid die von Tesla geplante Werkserweiterung abgelehnt.

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Die Gigafactory Berlin sollte noch in dem rechten Bereich erweitert werden.
Die Gigafactory Berlin sollte noch in dem rechten Bereich erweitert werden. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Einwohner von Grünheide haben den Wachstumsplänen des US-Elektroautoherstellers Tesla in Europa einen Rückschlag versetzt. Bei einem Referendum über die Erweiterung der Gigafactory Berlin stimmte eine große Mehrheit der Bürger gegen den Vorschlag, wie der Tagesspiegel berichtete.

Dem Bericht zufolge stimmten 3.312 Einwohner gegen und 2.018 für die Erweiterung, was die große Besorgnis der Anwohner über weitere Umweltauswirkungen widerspiegelt. Die Wahlbeteiligung lag bei 75,2 Prozent.

Mehrheit lehnt Erweiterung wegen Umweltbedenken ab

Die vorgeschlagene 118 Hektar große Erweiterung hätte es Tesla ermöglicht, zusätzliche Logistik- und Transporteinrichtungen neben der bestehenden Gigafactory zu errichten, die im März 2022 als erste europäische Produktionsstätte des Autoherstellers eröffnet worden war.

Die Aussicht auf weitere Abholzung und potenziell erhöhte Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung scheint jedoch für viele Bewohner der 9.000-Einwohner-Stadt ein Schritt zu weit gewesen zu sein.

Rückschlag für die Wachstumspläne von Tesla in Europa

Die Nein-Stimmen waren in allen Ortsteilen Grünheides einheitlich hoch, auch in Gebieten, die nicht an das Werk angrenzen. Dies deutet auf ein weit verbreitetes Unbehagen über das weitere Vordringen der Industrie in die ländlichen Gebiete hin.

Die Ablehnung ist ein klarer Rückschlag für Tesla und seinen Chef Elon Musk. Grünheide sollte ein wichtiger Pfeiler in Teslas Plan sein, die Produktionskapazitäten für Elektrofahrzeuge in Europa auszubauen und einen größeren Anteil an diesem wichtigen Markt zu erobern.

Wie geht es mit der Expansion von Tesla weiter?

Es bleibt unklar, wie Tesla reagieren wird und ob alternative Optionen denkbar sind. Das Unternehmen hatte vor dem Referendum gewarnt, dass es keinen Plan B gebe, falls die Expansion blockiert würde.

Tesla könnte versuchen, mit einem geänderten Vorschlag weiterzumachen oder die lokalen Entscheidungsträger davon zu überzeugen, sich über die Bedenken der Anwohner hinwegzusetzen. Angesichts der kommenden Kommunalwahl ist jedoch fraglich, ob die Politik sich so stark gegen den Wählerwillen stellen will.

Die Ungewissheit hat auch Auswirkungen auf die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur rund um das Werk. Das geplante Güterverkehrszentrum war mit Plänen für einen neuen Bahnhof und Straßen verbunden, die den Lkw-Verkehr in der Gegend verringern sollen.

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