Suche

Gigafactory Berlin: Behörden sehen keine Gefahr durch Teslas Wasserverschmutzung

Der Wasserverband kommt zu einer Sondersitzung zusammen. Es geht um das Abwasser von Tesla. Der Autobauer sieht sich zu Unrecht in der Kritik.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Teslas Gigafactory Berlin in Grünheide (Bild: Reuters)

Der US-Elektroautobauer Tesla hat nach amtlichen Messungen Abwassergrenzwerte überschritten – die Behörden sehen aber keine Gefahr für die Bevölkerung. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur lag der Wert für Phosphor seit der Eröffnung der Fabrik vor fast zwei Jahren fünfmal über dem behördlichen Grenzwert, vier Überschreitungen gab es bezogen auf den Vertrag mit dem Wasserverband Strausberg-Erkner. Die Werte gehen auf eigene Messungen Teslas zurück, die dem Landkreis vorliegen.

Anzeige

"Aufgrund der Stoffe, bei denen eine Überschreitung aufgetreten sein soll – refraktärer Phosphor und Stickstoff –, können allerdings Gefahren für die Gesundheit und die öffentliche Trinkwasserversorgung ausgeschlossen werden", hieß es beim Landkreis Oder-Spree auf Anfrage.

Der Stern hatte zuvor berichtet, bei Messungen im Auftrag des Wasserverbands habe Tesla 40 Mal den Phosphorgrenzwert überschritten. Dabei lag allerdings ein anderes Limit als das behördliche zugrunde. Die Grenzwerte sollen dabei "erheblich" überschritten worden sein.

Der WSE will bei einer außerordentlichen Verbandsversammlung am Freitag darüber beraten, ob er die Abwasserentsorgung bei Tesla einstellen werde. Andernfalls drohten ihm Mehrbelastungen in Millionenhöhe. Zudem könnte es zum Entsorgungsstopp für alle Verbandsabwässer in der Kläranlage Münchehofe kommen.

Anzeige

Der Autobauer warnte den Wasserverband vor einem Entsorgungsstopp. Er verwies darauf, dass die Stoffkonzentration höher sei, weil Tesla Wasser einspare. "Zur Reduktion des Trinkwasserbedarfs der Gigafactory setzen wir schrittweise weitere Wassersparmaßnahmen um", teilte das Unternehmen mit. "Nach unserer Kenntnis sind beim Betrieb des Klärwerks Münchehofe im Jahr 2023 keinerlei Auffälligkeiten oder Überschreitungen von Grenzwerten aufgetreten."