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Gigabit-WLAN: Mac OS X hat Probleme mit 802.11ac

Anandtech und Ars Technica haben bei ihren Tests mit dem neuen Haswell -basierten Macbook Air herausgefunden, dass diese im WLAN-Betrieb mit 802.11ac zu langsam sind. Microsoft kann aus Apples mobilen Rechnern mehr rausholen. Einige Macbook Air haben zudem Verbindungsprobleme.
/ Andreas Sebayang
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Die aktuellen Macbook Air sind im WLAN-Betrieb nur mit Windows schnell. (Bild: Apple)
Die aktuellen Macbook Air sind im WLAN-Betrieb nur mit Windows schnell. Bild: Apple

Apples 2013er Generation des Macbook Air hat Probleme mit dem neuen verbauten WLAN. Die Macbooks mit Intels Core i der vierten Generation (Haswell) nutzen erstmals in der Mac-Welt einen WLAN-Chipsatz, der auch 802.11ac beherrscht, das auch als Gigabit-WLAN bekannt ist, auch wenn einige ac-Billigrouter langsamer als n-Router sind .

Apple stellt Macbook Air mit Haswell vor - WWDC 2013
Apple stellt Macbook Air mit Haswell vor - WWDC 2013 (04:15)

Die Macbook-Air-Modelle sind aber eigentlich 802.11ac-Empfänger, die in der Nähe des GBit/s arbeiten, nämlich bei 867 MBit/s. Der 802.11ac-Standard erlaubt sogar 1,7 GBit/s . Das kann das neue Macbook Air allerdings nicht. Es bleibt sogar weit unter dem, was zu erwarten ist.

TCP Window Size ist zu klein

Wie Anand Lal Shimpi von Anandtech herausfand(öffnet im neuen Fenster) verbindet sich das Macbook Air zwar netto mit 533 MBit/s (867 MBit/s brutto) mit einem Access-Point, doch dieses Netto wird noch weiter gesenkt. Die sogenannte TCP Window Size wird von Mac OS X nämlich zu klein gehalten. Laut Shimpi kommt das System nicht über 64 KByte.

Für den vollen Durchsatz wären allerdings 256 KByte erforderlich. Dadurch erreicht das Macbook Air in seinem Test nur eine Netto-Netto-Datenrate von 21,2 MByte/s oder 169,6 MBit/s bei Dateitransfers. Dieses Problem betrifft nur WLAN-Verbindungen. Bei LAN-Verbindungen arbeitet das neue Macbook Air zwar nicht optimal, allerdings ist das abhängig vom Protokoll.

Das Macbook Air arbeitet unter Windows 8 schneller

Ars Technica bestätigt die Werte(öffnet im neuen Fenster) des neuen Macbook Air. Hier sind netto nur knapp 22 MByte/s (176 MBit/s netto) möglich gewesen. Wie Ars Technica herausfand, ist es kein Hardwareproblem. Mit Windows 8 wurden deutlich höhere Wert per SMB/CIFS erreicht. Die Werte sind mehr als doppelt so hoch wie SMB-Transfers unter Mac OS X. Hier erreicht das Macbook Air 47,26 MByte pro Sekunde (378,08 MBit/s). Unter Windows sind SMB-Transfers zwar prinzipiell schneller als unter Apples Betriebssystem, allerdings nicht in diesem Maße.

Laut Anandtech hilft bei den Problemen auch die Vorversion der nächsten Mac-Betriebssystemgeneration nichts. Zumindest die erste Beta von Mavericks alias OS X 10.9 ist nicht schneller als das ausgelieferte Betriebssystem.

Verglichen mit dem alten Macbook Air ist das neue Modell allerdings deutlich schneller. Ars Technica erreicht per SMB maximal 12,75 MByte/s (102 MBit/s) mit dem 2012er Modell und damit nur die Hälfte dessen, was das neue Modell derzeit kann. Die Apple-Werbung nennt allerdings andere Werte(öffnet im neuen Fenster) : "Wenn du dich über eine 802.11ac-Basisstation wie dem neuen Airport Extreme oder der Airport Time Capsule verbindest, erlebst du bis zu 3x schnelleres WLAN als mit der vorherigen Generation" , heißt es dort. Dass der Besitzer dafür jedoch erst Windows installieren muss, erwähnt Apple nicht.

Vereinzelt Probleme mit der WLAN-Stabilität

Neben reinen Durchsatzproblemen mit 802.11ac, die Apple durch eine Optimierung der Software beheben könnte, gibt es noch ein Problem mit der Stabilität der WLAN-Verbindungen. Wie 9to5mac berichtet(öffnet im neuen Fenster) , untersucht Apple gerade die Vorfälle und lässt über den Support betroffene Geräte austauschen, damit diese untersucht werden können. Einzelne Geräte haben offenbar unabhängig von den Durchsatzproblemen Schwierigkeiten, die Verbindung aufrechtzuhalten.

Unklar ist derzeit, ob es sich um ein Hardwareproblem oder ein Softwareproblem handelt. Bei einigen Nutzern hilft zeitweise ein Neustart des Rechners.


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