Gigabit Gipfel: Nordrhein-Westfalen macht Fortschritte beim Gigabit-Ausbau

Deutsche Glasfaser und Telekom betonen: Kooperationen seien nötig, um die Ausbauziele bei Glasfaser zu erreichen.

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Glasfaserausbau von der Rolle
Glasfaserausbau von der Rolle (Bild: Deutsche Telekom)

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sieht die Vereinbarungen mit den Netzbetreibern aus dem Jahr 2018 zum Gigabitausbau in Nordrhein-Westfalen als Erfolg. 66 Prozent der Haushalte könnten auf gigabitfähige Leitungen zugreifen. 51 Prozent der Schulen könnten das "superschnelle Netz nutzen, für weitere 45 Prozent laufen die Arbeiten", sagte Pinkwart am 18. November 2020 auf dem dritten Gigabit Gipfel.

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Gewaltige Fortschritte beim Glasfaserausbau konnte das Bundesland dagegen nicht vorweisen. "Der Anteil der mit FTTH/B versorgten Haushalte ist von Mitte 2019 bis Mitte 2020 um fünf Prozentpunkte gestiegen. Es sind gut 350.000 zusätzliche Haushalte hinzugekommen", sagte Evelyn Binder, Pressesprecherin des Wirtschaftsministeriums Golem.de auf Anfrage.

Srini Gopalan, der neue Telekom Deutschland-Chef, erklärte: "Wir werden über 1.240 Schulen in NRW mit einem Glasfaseranschluss versorgen. Rund 18.000 Unternehmen in rund 90 Gewerbegebieten können Gigabit-Anschlüsse der Telekom buchen. Bis Jahresende funken zwei Drittel unserer 6.300 Mobilfunkstandorte im neuen Standard 5G". In Deutschland wolle die Telekom bis zu zwei Millionen Anschlüsse pro Jahr mit FTTH (Fiber To The Home) anbinden. Es brauche Kooperationen, um die Ausbauziele zu erreichen.

Seit fast zehn Jahren versorge Deutsche Glasfaser sukzessive die weißen und grauen Flecken in Nordrhein-Westfalen mit Glasfasernetzen. "Über eine Milliarde Euro haben wir bis dato dafür investiert", sagte Unternehmenschef Uwe Nickl. "Wir alle als Unternehmen müssen noch offener werden, Netze gemeinsam zu nutzen."

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Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter verwies darauf, dass sich die Zahl der Gigabit-Haushalte im Kabelnetz seit dem Jahr 2018 verfünffacht habe. "Fast zwei Drittel aller Bürger haben Zugang zu unserem Gigabit-Internet. Und wir bleiben dran: Nächstes Jahr ist unser gesamtes Netz ein Gigabit-Netz.". Das Land mache beim Gigabit-Ausbau extrem gute Fortschritte, insbesondere bei der Entbürokratisierung und der Vereinfachung von Genehmigungsverfahren, erklärte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner, zu dessen Verband der Anbieter von Telekommunitations- und Mehrwertdienste auch Vodafone gehört.

Laut Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) haben dessen Mitglieder in den vergangenen drei Jahren Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für den Glasfaserausbau in NRW geleistet. Für das Jahr 2021 planten sie, über 550 Millionen Euro zu investieren. Breko-Chef Stephan Albers sagte: "Wir haben bei Glasfaser aktuell eine Take-Up-Rate von 42 Prozent - Tendenz steigend. Das spiegelt ein hohes Interesse an Glasfaseranschlüssen wider." Um die bestehende Dynamik zu nutzen und den Ausbau weiter zu beschleunigen, sei es sehr wichtig, die Städte und Kommunen mit den notwendigen personellen und technischen Ressourcen auszustatten. "Wir brauchen noch mehr Digitalisierungs-Power in der Verwaltung, um einfachere und damit schnellere Genehmigungsverfahren zu etablieren." Die Landesregierung sollte dafür schnellstmöglich die notwendigen Mittel bereitstellen, die nach erfolgtem Glasfaserausbau und der Umsetzung weiterer Digitalisierungsmaßnahmen in den Städten und Kommunen den Bürgern zugutekämen.

Bei der Mobilfunkverfügbarkeit in Nordrhein-Westfalen gibt es dennoch weiter deutliche Unterschiede. Während der Regierungsbezirk Münster gut versorgt ist, gibt es im Regierungsbezirk Arnsberg mehr Lücken, wie aus der Antwort des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Bernd Reuther hervorgeht, die am 2. Mai 2020 vorgelegt wurde.

Reuther wollte wissen, wie viele Rasterzellen zur Erfassung der Mobilfunkabdeckung in Nordrhein-Westfalen in die Kategorie "kein Netz" fallen. Der Antwort zufolge gibt es in dem Bundesland rund 14.000 Funklöcher in bewohntem Gebiet. Das entspricht rund 2,6 Prozent aller etwa 546.000 Mobilfunk-Rasterzellen in Nordrhein-Westfalen. Als Rasterzellen ohne Mobilfunkverfügbarkeit wurden solche bewertet, in denen weniger als 50 Prozent der Haushalte mit 3G und 4G versorgt sind.

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