Gigabit: Bundesnetzagentur will 5G auch auf Landstraßen anordnen

Die Bundesnetzagentur will unter dem Druck von Regierung und Parlament die Auflagen für die Versteigerung der neuen 5G-Mobilfunkfrequenzen weiter verschärfen. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, sollen die Unternehmen verpflichtet werden, auch an Landstraßen das Gigabit-Mobilfunknetz anzubieten. In der bisherigen Planung hatte die Netzagentur darauf noch ausdrücklich verzichtet, weil "die hiermit verbundenen Ausbaukosten außer Verhältnis" stünden, wie es im bisherigen Entwurf der Auktionsbedingungen hieß.

Die Mobilfunkbetreiber hatten bereits die bisherigen Auflagen als zu weitgehend und teuer kritisiert. Allein für die Versorgung der Landstraßen mit LTE müssten die Betreiber je nach ihrer bisherigen Funkmastausstattung zwischen 895 Millionen bis drei Milliarden Euro investieren, haben Gutachter in einer Studie für die Netzagentur ausgerechnet, die dem Spiegel vorliegt.
Zudem hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) einen "gleichwertigen Ausbau ländlicher und urbaner Regionen" gefordert .
Nationales Roaming gegen Gebühren
Die Behörde will auch zusätzliche Anreize für die gewünschte Kooperation von Bietern in weniger profitablen Gebieten schaffen: Sie sollen dafür sorgen, dass in ländlichen Regionen nur ein Anbieter Masten baut und gegen Gebühren die Kunden der anderen mitversorgt, um den ineffizienten Doppel- oder Dreifachausbau der Netze zu verhindern. Das bedeutet eine Zulassung von nationalem Roaming.
Auch bei der Bezahlung der Frequenzen will die Regierung den Netzbetreibern entgegenkommen: Sie werden die vom Bund erhofften Milliarden wohl nicht auf einen Schlag zahlen müssen, sondern können sie wieder über mehrere Jahre abzahlen.
Der neue Mobilfunkstandard soll 10 GBit/s, bei einigen Anwendungen sogar 20 GBit/s, eine sehr niedrige Latenzzeit von weniger als 1 Millisekunde und hohe Verfügbarkeit erreichen. Weltweit sollen 100 Milliarden mobilfunkfähige Geräte gleichzeitig ansprechbar sein.



