Gezeitenstrom: Turbine soll im Schwarm bezahlbaren Strom liefern
Das Start-up Sitkana(öffnet im neuen Fenster) aus Alaskas Hauptstadt Juneau, USA, startet Testläufe eines kleinen Gezeitenkraftwerks in einer Versuchsanlage im Cape-Cod-Canal in Massachusetts. Dieser über zehn Kilometer lange Kanal verbindet zwei Meeresbuchten, weshalb dort abhängig von den Gezeiten eine verlässliche Strömung vorzufinden ist.
Die Anlage ist darauf ausgelegt, Gezeitenstromanlagen unter realen Bedingungen über längere Zeit testen zu können. Die Wassertiefe beträgt sieben Meter und die Strömung erreicht laut Betreiber eine Geschwindigkeit von 1,5 Metern pro Sekunde.
Ein erster Prototyp von Sitkana ist darüber hinaus schon länger im Probebetrieb. Anfang 2026 nahm das Unternehmen eine Turbine in Alaska versuchsweise in Betrieb(öffnet im neuen Fenster).
Ersatz für Dieselgeneratoren
Der weitläufige und kaum besiedelte US-Bundesstaat verfügt über keine flächendeckende Stromversorgung, weshalb viele Ortschaften auf Dieselgeneratoren angewiesen sind. Laut Lance McMullan, CEO von Sitkana, lässt sich an Alaskas Küsten, wo der Großteil der Bevölkerung angesiedelt ist, dank einer vergleichsweise starken Gezeitenströmung fast überall Strom daraus produzieren.
Ein einzelnes Modul soll dabei nur einen Teil der Gesamtanlage darstellen. Je nach Wassertiefe können mehrere Turbinen gemeinsam genutzt werden. Verankert werden sie am Meeresgrund und der Strom gelangt über eine Boje an der Meeresoberfläche an Land.
Die Abhängigkeit von Diesel lässt sich dadurch zwar nicht beenden, aber wegen der Regelmäßigkeit der Strömung wird täglich über mehrere Stunden Strom in das lokale Netz eingespeist, weshalb sich der Dieselverbrauch signifikant senken lässt.
Weil die Küsten Alaskas zerklüftet und von tiefen Meeresarmen durchzogen sind, soll die Region besonders geeignet sein, um die Gezeitenturbine zur Stromerzeugung zu nutzen. Mit vier bis sechs Stück soll sich ein Haushalt versorgen lassen, ein größeres Netzwerk soll für eine Ortschaft ausreichen. Zur Leistung des Systems oder erwartbaren Strommengen gibt es keine Angaben, allerdings verbraucht ein Haushalt in den USA etwa zwei- bis dreimal so viel Strom wie ein europäischer.
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