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Vorwurf des Union Busting: Tesla warnt wegen Gewerkschafts-Stickern vor Kündigungen

Angestellte aus Grünheide sollen dem Autobauer Union Busting vorwerfen. Tesla sehe eine Stickeraktion als verboten an.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Daniel Ziegener
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Aufkleber waren Stein des Anstoßes. (Bild: Reuters/Annegret Hilse)
Aufkleber waren Stein des Anstoßes. Bild: Reuters/Annegret Hilse

Nachdem Aufkleber der Gewerkschaft IG Metall auf dem Gelände von Teslas Werk in Grünheide verteilt wurden, verschickte das Unternehmen eine Mitteilung an seine Beschäftigten. Nach Recherchen von Business Insider(öffnet im neuen Fenster) soll das Unternehmen dabei sogar mit einer fristlosen Kündigung gedroht haben. Gewerkschaftsnahe Angestellte werten das Verhalten Teslas dem Bericht zufolge als Versuch des Union Busting, also das Bekämpfen der Arbeit von Gewerkschaften und Betriebsräten.

Im kommenden Jahr stehen in der Gigafactory in Berlin-Brandenburg Wahlen an. Der erste Betriebsrat wurde 2022 gewählt(öffnet im neuen Fenster) . Die Sticker sollen laut Business Insider Teil des laufenden Wahlkampfes gewesen sein. Bereits Ende Juni 2023 habe Teslas Werksleitung nach einer Flyer-Aktion der IG Metall eine ähnliche Nachricht an die Belegschaft verschickt, heißt es. Ein Sprecher der IG Metall sah auf Nachfrage von Golem.de jedoch keinen direkten Zusammenhang mit der anstehenden Wahl.

Aktuell gehe es nun konkret um Sticker, die Ende Juli 2023 auf dem Werksgelände verteilt worden seien und von denen Business Insider auch ein Foto veröffentlichte. Sie tragen die Aufschriften: "Unsere Gesundheit ist wichtiger als die nächste Milliarde von Elon" , "Unsere Sicherheit ist wichtiger als der nächste Produktionsrekord" und "Unsere Zeit für Familie und Freundschaft ist wichtiger als der Aktienkurs!" Einem Sprecher der IG Metall zufolge handle es sich bei den Aufklebern um statische Sticker, die ohne Rückstände entfernt werden können.

"Leider müssen wir aber beobachten, dass immer wieder Verschmutzungen, Schmierereien und Beklebungen erfolgen" , heißt es in dem Schreiben, das wohl an die gesamte Belegschaft verschickt wurde. Die Sticker seien nicht nur unschön, sondern verursachten auch Kosten für die Beseitigung. Alle, die sich nicht an das Verbot "für Malereien, Kritzeleien, Schmierereien und Aufkleber jeder Art" hielten, "müssen mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen, die bis zum Ausspruch einer außerordentlichen Kündigung reichen können."

Das Magazin Business Insider hatte zuletzt auch über die verfehlten Produktionsziele der Gigafactory in Grünheide und die Entlassung Hunderter Leiharbeiter berichtet.

Nachtrag vom 25. August 2023, 7:34 Uhr

Ein Vertreter der IG Metall bestätigte den Bericht über das Schreiben an Teslas Mitarbeiter. Wir haben die Meldung entsprechend aktualisiert.


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