Gewerkschaften: Umfrage deckt Diskriminierung bei Paradox Interactive auf

Eine Umfrage bei Paradox Interactive (Cities Skylines) zeigt, dass Frauen auch in der europäischen Spielebranche benachteiligt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von Cities Skylines
Artwork von Cities Skylines (Bild: Paradox Interactive)

Die beiden schwedischen Gewerkschaften Unionen und Sveriges Ingenjörer haben im Rahmen einer Umfrage bei dem Publisher und Entwickler Paradox Interactive Hinweise darauf erhalten, dass Frauen in dem Unternehmen benachteiligt und schlecht behandelt werden.

Rund 69 Prozent der Frauen, die den Fragebogen der Gewerkschaften beantwortet hatten, hätten von Problemen berichtet. Von den Männern seien von 33 Prozent vergleichbare Schwierigkeiten gemeldet worden. Welche Fragen konkret gestellt wurden, ist nicht bekannt.

"Schlechte Behandlung der Mitarbeiter ist ein systematisches und viel zu häufiges Problem bei Paradox", lautet ein Fazit der Untersuchung.

Anders als bei Activision Blizzard, wo es bereits lange vor einer offiziellen Klage der kalifornischen Behörde Department of Fair Employment and Housing immer wieder Hinweise auf ein schlechtes Betriebsklima gab, gebe es bei Paradox Interactive eine "Kultur der Stille", wie die schwedische Zeitung Break It schreibt.

Dazu gehöre unter anderem, dass es bislang schlicht keine ernsthaften Reaktionen vonseiten des Unternehmens auf Beschwerden gegeben habe.

Als Reaktion auf die Gewerkschaftsuntersuchung habe Paradox Interactive nun in einer internen E-Mail an die Angestellten geschrieben, dass eine externe Beratungsfirma mit weiteren Untersuchungen beauftragt worden sei. Der Publihser nimmt das Problem damit offenbar ernst.

Paradox Interactive beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die meisten im Hauptquartier in Stockholm.

Firmenchefin hat sich gerade verabschiedet

Die Untersuchung der beiden Gewerkschaften wurde rund eine Woche nach dem Rücktritt der langjährigen Firmenchefin Ebba Ljungerud veröffentlicht, die durch Fredrik Wester ersetzt wurde. Im Gespräch mit Break It hat Wester gesagt, dass der Abgang von Ljungerud nichts mit der Umfrage zu tun habe.

Als offiziellen Grund wurden unterschiedliche Ansichten über die weitere strategische Ausrichtung genannt. Paradox Interactive ist auf Strategie- und Aufbauspiele fokussiert, das Unternehmen steckt hinter dem erfolgreichen Cities Skylines. Derzeit arbeitet es unter anderem an Victoria 3 und am Rollenspiel Vampire - The Masquerade: Bloodlines 2.

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Lacrimula 08. Sep 2021

Gut gemacht. Ich befürworte solche Entscheidungen immer und immer wieder. Nur wenn sich...

Oktavian 08. Sep 2021

Wenn man den Kreis nur hinreichend weit fasst, ist eben alles mit drin. Quasi jeder...

Pantsu 07. Sep 2021

Frauen in gemütlichen Büroberufen wissen einfach, dass der Zeitgeist auf ihrer Seite...

Balion 07. Sep 2021

Man kann sich auch fragen, wie vielen fällt denn überhaupt auf, dass sie gerade jemanden...



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