Gewerkschaft: Bankangestellte wollen pro Quartal drei KI-Entlastungstage
Künstliche Intelligenz soll Bankangestellten das Leben erleichtern. Doch der Deutsche Bankangestellten-Verband warnt davor, dass das Gegenteil eintreten könnte, wenn die Entlastung nicht aktiv gesteuert werde. Mit dieser Forderung geht die Gewerkschaft nun in die Tarifverhandlungen für das private Bankgewerbe(öffnet im neuen Fenster).
Kernstück ist ein konkreter Vorschlag: Je nach Art und Schwere der Belastung im jeweiligen Arbeitsbereich sollen Beschäftigte zwischen einem und drei Entlastungstagen pro Quartal für sich verlangen können. Das geht aus einer internen Kommunikation des DBV an seine Mitglieder hervor, die Bloomberg News vorliegt(öffnet im neuen Fenster).
Hinter der Forderung steckt folgende Logik: Automatisierung verkürzt einzelne Prozesse, erhöht aber die Anzahl der Fälle, die ein Beschäftigter in derselben Zeit bearbeiten muss. Wer früher zehn Vorgänge prüfte, führt künftig zwanzig durch, kontrolliert KI-Ergebnisse und korrigiert Fehler des Systems. Der scheinbare Zeitgewinn schlage sich so in Mehrarbeit nieder.
Ausgleichstage sollen quartalsgenau genommen werden
"Wo Arbeit dichter, komplexer oder verantwortungsvoller wird, braucht der Betrieb einen Ausgleich", sagte DBV-Verhandlungsführer Wolfgang Ermann. Der Verband legte auch klare Regeln für die Nutzung der Entlastungstage vor. Sie sollen im selben Quartal genommen werden, in dem die Mehrbelastung entsteht, und dürfen nicht auf spätere Zeiträume übertragen werden. Teilzeitkräfte sollen anteilig beteiligt werden. Diese Ausgestaltung stelle sicher, dass Erholung und Belastung zeitlich zusammenrücken, erklärte der DBV.
Gleichzeitig betonte der Verband, KI nicht pauschal abzulehnen. Die Technologie könne Dokumente vorprüfen, Datenmengen auswerten, Recherchen beschleunigen und Routineaufgaben übernehmen. Auch bei der Betrugsprävention sei sie eine sinnvolle Unterstützung. Der Produktivitätsgewinn sei real, so der DBV.
Arbeitgeber fürchten Verlust von Produktivitätsgewinnen
Der Arbeitgeberverband der privaten Banken reagierte bereits im Vormonat, als die Forderung erstmals bekannt wurde. An seiner Haltung änderte sich seither nichts. Carsten Rogge-Strang, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands wies darauf hin, dass sich die Forderung selbst widerspreche. Durch Entlastungstage würden die Arbeitskosten erhöht, während diese gleichzeitig durch Automatisierung sinken sollen. Ein solcher Schritt erhöhe den Kostendruck und gefährde Arbeitsplätze.
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