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Gewalt in Zügen: Bahn stattet Kundenbetreuer mit Bodycams aus

Es gibt mehr Gewalt in Zügen, die Deutsche Bahn will mit Bodycams für mehr Sicherheit sorgen. Erste Tests sollen positiv verlaufen sein.
/ Peter Steinlechner , dpa
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Passanten auf einem Bahnhof (Bild: Thomas Niedermueller/Getty Images)
Passanten auf einem Bahnhof Bild: Thomas Niedermueller/Getty Images

Aufgrund von mehr Angriffen auf ihre Mitarbeiter will die Deutsche Bahn ihre Kundenbetreuer in Zügen mit Bodycams ausstatten. Seit Februar 2023 laufe ein Testeinsatz mit Kameras am Körper in der Schwarzwaldbahn, der auf weitere Regionen ausgeweitet werden solle.

Erste Untersuchungen zeigen, dass sich sowohl das Zugpersonal als auch Reisende damit sicherer fühlen, sagte der Konzern am 4. März 2023 in einer offiziellen Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) .

Darüber hinaus seien weitere Schutzmaßnahmen sowie Schulungen für Bahnmitarbeiter mit Kundenkontakt geplant. Die Videoüberwachung an Bahnhöfen soll ausgeweitet werden.

Aktuell betreibt die DB etwa 9.000 Videokameras auf Bahnhöfen, bis 2024 sollen es 11.000 sein. In den Innenräumen von fast drei Viertel aller Nahverkehrs- und S-Bahnzüge seien schon fast 50.000 Kameras installiert.

2022 gab es nach DB-Angaben mit 3.138 Fällen rund 21 Prozent mehr Übergriffe auf Bahnmitarbeiter als im Jahr 2021, als jedoch wegen Corona erheblich weniger Menschen Züge benutzten (2021: 2.582 Fälle).

Etwa 30 Prozent davon seien auf die Durchsetzung der Maskenpflicht zurückzuführen. Diese wurde im Februar 2023 deutschlandweit aufgehoben. Weitere rund sieben Prozent der Fälle standen 2022 demnach im Zusammenhang mit dem 9-Euro-Ticket, das im Juni, Juli und August jeweils als Monatskarte deutschlandweit für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) galt.

Fußballreiseverkehr sorgt für Probleme

Seit 2012 hatte die Gewalt gegen Bahnmitarbeiter jedes Jahr zugenommen. Im Vor-Corona-Jahr 2019 nahm sie mit 2.558 Übergriffen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent leicht ab.

Deutsche Bahn und Edeka mit Automaten-Supermarkt
Deutsche Bahn und Edeka mit Automaten-Supermarkt (03:50)

Nachdem 2022 die meisten behördlichen Corona-Schutzmaßnahmen weggefallen waren, waren die Reisendenzahlen im Jahresverlauf erheblich angestiegen. Seit dem Sommer waren sie nach DB-Angaben wieder auf Vor-Corona-Niveau, zum Teil lagen sie deutlich höher. Das "massive Nachholen von Veranstaltungen" und der wiedererstarkende Fußballreiseverkehr hätten zum Anstieg der Übergriffe beigetragen.


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