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GEW: Schulen bekommen weiter keine IT-Admins

Die Admin-Arbeiten an Schulen würden oft zusätzlich von Lehrern übernommen, kritisiert die GEW. Zudem bemängelt die Gewerkschaft eine schlechte Internetversorgung.
/ Achim Sawall
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Streikende Beschäftigte verschiedener Bereiche des öffentlichen Dienstes am 10. Februar 2026 in Düsseldorf (Bild: Hesham Elsherif / Anadolu / Reuters)
Streikende Beschäftigte verschiedener Bereiche des öffentlichen Dienstes am 10. Februar 2026 in Düsseldorf Bild: Hesham Elsherif / Anadolu / Reuters

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert, dass in Schulen häufig keine IT-Administratoren zur Verfügung stünden. Als weiteres Problem wird eine oft fehlende Gigabit-Anbindung genannt.

Ralf Becker, GEW-Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung, sagte Golem: "Wir haben weiterhin das Problem, dass sich im Gegensatz zu privaten Unternehmen sowie der öffentlichen Verwaltung an Schulen keine IT-Administratorinnen und -Administratoren um die digitale Infrastruktur kümmern. Diese Aufgabe wird meistens den Lehrkräften on top aufgebürdet. Hier gibt es einen großen Handlungsbedarf" .

Diese Lehrkräfte bekommen oft nur wenige Entlastungsstunden, müssen aber ganze Serverlandschaften, Hunderte iPads und verschiedene WLAN-Netze warten. Qualifizierte IT-Administratoren verdienen in der freien Wirtschaft deutlich mehr als im öffentlichen Dienst: Admins mit Erfahrung kommen hier auf rund 4.500 bis 5.800 Euro brutto, in der freien Wirtschaft auf 5.500 bis 7.200 Euro, je nach Firmengröße und Standort.

Schuladmin: nervig und schlechter bezahlt

Die Arbeit an Schulen gilt zudem oft als undankbar – Admins betreuen veraltete heterogene Hard- und Software, haben kaum Budget für Ersatzteile und müssen sich mit komplexen Datenschutzvorgaben (DSGVO) befassen.

Des Weiteren setzt sich die GEW dafür ein, dass Schulen besser mit Gigabit-Internet versorgt werden. "Die Politik priorisiert das Bildungssystem nicht immer so, wie es notwendig ist. Eine Vollversorgung ist im Prinzip möglich" , erklärte Becker.

Rund 20 Prozent der Schulen in Deutschland haben keine Gigabit-Versorgung. Das berichtete Golem am 9. Februar 2026 auf Basis von Daten des Bundesbreitbandatlas der Bundesnetzagentur, die das Vergleichsportal Verivox ausgearbeitet hat. In mehr als 800 deutschen Gemeinden gibt es gar keine Schule mit Gigabit-Internet.


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