Weiteres Gesetz zu elektronischen Patientendaten geplant

Die Hoffnungen, die mit der digitalen Vernetzung im Gesundheitswesen verbunden werden, sind groß. Doppelbehandlungen sollen vermieden, Arzneimittelunverträglichkeiten besser erkannt werden. Neben einer besseren Versorgung könnten auch die Kosten im Gesundheitssystem gedämpft werden.

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Laut einer Analyse der Unternehmensberatung McKinsey hätten in diesem Jahr bis zu 34 Milliarden Euro eingespart werden können, wenn die Gesundheitswirtschaft konsequent digitale Technologien anwenden würde. Das entspricht gut einem Zehntel der jährlichen Gesamtausgaben im System. Der papierlose Datenaustausch über elektronische Patientenakten spielt der Studie zufolge dabei eine Schlüsselrolle.

Einige Krankenkassen sind bereits mit Digitalakten vorgeprescht, die sich per Smartphone steuern lassen. Die Techniker Krankenkasse (TK) und die AOK haben eigene Modelle vorgestellt, hinter der App Vivy sind gleich mehrere gesetzliche und private Kassen versammelt.

Auch wenn die Angebote rechtlich noch keine Patientenakten sind, wollte Spahn frühzeitig einen Wildwuchs verhindern. Im Juni lud er Vertreter von Kassen, Ärzten und der Gematik ins Ministerium. Sein Auftrag an die Selbstverwaltung: Bis Mitte September muss ein Grundkonzept für die Standardisierung stehen.

Bürger sehen Digitalakte positiv

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"Die elektronische Patientenakte wird ein Meilenstein in der Modernisierung der Patientenversorgung", lobte die Chefin des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, die Einigung. Die Absichtserklärung zeige, dass Ärzte und Kassen "gemeinsam an dem weiteren Auf- und Ausbau des sicheren Gesundheitsnetzes und seiner Anwendungen arbeiten". Die Kassenärztliche Bundesvereinigung begrüßt die "klare Aufgabenteilung", nach der die Standards für medizinische Daten in Ärztehand liegen.

"Es ist wichtig, dass nun alle Beteiligten am gleichen Strang ziehen und es in die gleiche Richtung geht", sagte KBV-Vorstand Thomas Kriedel. TK, AOK und Vivy werden bei ihren Angeboten Anpassungen vornehmen müssen. TK-Chef Jens Baas zeigte sich aber überzeugt, dass alle Aktenmodelle an den vereinbarten technischen Rahmen anknüpfen können. Entscheidend sei nun, "dass die Dynamik der letzten Wochen sich nicht abschleift".

Die Barmer sieht eine Grundlage, ihren Versicherten eine Akte anzubieten. "In unseren Augen ist es jedoch klug, erst dann konkrete Entscheidungen zu treffen, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür wirklich geschaffen sind", sagte Kassenchef Christoph Straub.

Erste Rechtsänderungen, etwa den Datenzugriff per Smartphone, hat Spahn bereits auf den Weg gebracht. Weitere Aspekte sollen in einem E-Health-Gesetz geregelt werden, das im Gesundheitsministerium in Vorbereitung ist. Aus der Opposition erhält Spahn Zustimmung. Die Vereinbarung gehe in die richtige Richtung, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Maria Klein-Schmeink, dem Handelsblatt. Besonders wichtig sei, dass die Versicherten entscheiden, "ob sie eine Akte nutzen wollen, was drin steht und wer Zugriff hat".

Kritik übt Klein-Schmeink aber daran, dass das Gesundheitsministerium Patientenvertreter an dem Prozess nicht beteilige. "Das muss sich ändern", forderte sie. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag der KBV bewerten 64 Prozent der Patienten die Einführung einer Digitalakte positiv. Die Gegner führen in der Erhebung vor allem einen Grund für ihre Ablehnung an: die Sorge um die Sicherheit der Daten.

Für TK-Chef Baas ist Datenschutz allerdings gerade ein Argument für eine Entwicklung von Patientenakten in Deutschland: "Gesundheitsdaten sind so sensibel und wertvoll, dass wir uns in der Innovationsfähigkeit nicht von amerikanischen Tech-Konzernen überrollen lassen dürfen."

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 Gesundheitswesen: Durchbruch bei digitaler Patientenakte erzielt
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Viper6577 02. Jan 2019

Es gab schon in der ehemaligen DDR ein analoges System zu dem aktuell hochgelobten...

plutoniumsulfat 16. Okt 2018

Die kann man auch dadurch reduzieren, dass man bei einer Erkältung keine Röntgenaufnahme...

LinuxMcBook 16. Okt 2018

Na klar, mit dem Abrechnen von Untersuchungen, die der Kollege schon gemacht hat...

ElMario 16. Okt 2018

Man muss auch ein bisschen Sarkasmus abkönnen. Und hat man selbst in dieser Branche...



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