Gesundheitswesen: Berliner Arztpraxen mit E-Rezept überfordert

Die Kassenärztliche Vereinigung(öffnet im neuen Fenster) (KV) Berlin kritisiert, dass das E-Rezept(öffnet im neuen Fenster) kurzfristig und ohne ausreichende Testmöglichkeiten in den Praxen zum 1. Juli beschlossen worden sei.
" Wie üblich nimmt Herr Lauterbach keine Rücksicht auf diejenigen, die seine Schnellschüsse umsetzen müssen. Das Chaos, das der Bundesminister damit auslöst, müssen wieder einmal die Praxen ausbaden ", hieß es aus dem Vorstand der KV.
Bevor solche Entscheidungen getroffen würden, sollte der Minister sich vor Ort ein Bild von der Situation machen. Derzeit seien viele Praxen noch nicht in der Lage, das E-Rezept anzuwenden, da zahlreiche Anbieter die erforderliche Software noch nicht bereitgestellt hätten.
Der KV Berlin zufolge sind etwa die Hälfte der Berliner Praxen technisch in der Lage, E-Rezepte über die elektronische Gesundheitskarte auszustellen. Es ist noch unklar, wie viele Berliner Apotheken das E-Rezept über diesen Weg einlösen können.
Reifegrad des E-Rezepts im Mittelpunkt der Kritik
Die KV Berlin bemängelt, dass sowohl die bisherige Lösung über die E-Rezept-App als auch die Möglichkeit über die eGK noch unausgereift seien. Dieses Problem werde auch bei der bundesweit verpflichtenden Einführung des E-Rezepts zum 1. Januar 2024 deutlich, die trotz der Gegenstimmen der Vertragsärzte durchgesetzt worden sei.
Ein halbes Jahr sei zu kurz, um alle technischen Probleme auszuräumen. Den Praxen drohe ein Honorarabzug, falls der Einführungstermin nicht eingehalten werde. Die KV Berlin forderte ein Umdenken und betonte, sie unterstütze die Digitalisierung, jedoch nicht in überstürzten Verfahren, das bei der Einführung des E-Rezepts der Fall sei.



