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Gesundheitsvorsorge: Parkinson-Diagnose durch Sprachanalyse

Fast alle an Parkinson erkrankte Menschen weisen ein Zittern und andere Merkmale in ihrer Stimme auf, die nicht erst bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf zutage treten, sondern schon vorher durch Sprachanalysen erkannt werden können. Ein Forscher sucht nun 10.000 Freiwillige, die Sprachproben per Telefonanruf übermitteln. Im Gesundheitssystem sollen so Kosten gespart werden.
/ Andreas Donath
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Parkinson's Voice Initiative (Bild: PVI)
Parkinson's Voice Initiative Bild: PVI

Die Forschungstätigkeit des Mathematikers Max Little(öffnet im neuen Fenster) vom MIT Media Lab umfasst die Auswertung von Sprachproben, mit denen eine Parkinson-Erkrankung erkannt werden kann.

Telefonanruf für Parkinson-Diagnose
Telefonanruf für Parkinson-Diagnose (01:36)

Die " Parkinson's Voice Initiative(öffnet im neuen Fenster) " wurde auf der TED-Konferenz(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt. Sie sucht nun Freiwillige, die ein dreiminütiges Telefongespräch führen wollen, um die Datenbank mit weiteren Beispielen zu füllen und die Erkennungsgenauigkeit zu erhöhen. Dabei ist es egal, ob der Anrufer an Parkinson erkrankt oder gesund ist. Die Aufnahmen sollen anonymisiert gespeichert werden. Eine Diagnose erhalten die Anrufer, die volljährig sein müssen, jedoch nicht.

Die Initiative hat Rufnummern in den USA, Brasilien, Mexiko, Großbritannien, Spanien, Argentinien und Kanada veröffentlicht. Bei Blindtests erreicht das System bislang eine Positiv-Trefferrate von 86 Prozent. Wie viele False-Positives dabei sind, veröffentlichten die Forscher nicht. Ist die Erkrankung bekannt und befindet sich im mittleren oder weit fortgeschrittenen Stadium, liegt die Trefferquote des Systems schon jetzt bei 99 Prozent.

Die Diagnose der unheilbaren Krankheit ist mangels einfacher Tests, die bei vielen anderen Krankheiten zum Beispiel über Blut- oder Gewebeproben möglich sind, aufwendig und damit teuer. Eine schnelle Diagnose mit einer Sprachprobe würde helfen, die Kosten in der Gesundheitsvorsorge zu senken, hoffen die Forscher. Die Patienten könnten die Tests sogar selbst durchführen, schreibt die Parkinson's Voice Initiative. Auch der weitere Krankheitsverlauf ließe sich durch die Sprachanalysetechnik dokumentieren und wäre für den Behandlungsplan nützlich. Testpersonen für klinische Tests, die sonst nur schwer in großer Zahl ausfindig gemacht werden können, ließen sich über diesen Weg leichter finden.


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