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Gesundheitsgefahr durch Kopfhörer: Nur zwei von 15 Herstellern planen neue Labortests

Nur Philips und My First Care reagieren mit neuen Tests auf Untersuchungen zu Gesundheitsgefahren durch Kopfhörer . Viele berufen sich auf die Einhaltung rechtlicher Vorgaben.
/ Ingo Pakalski
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Ein Kopfhörer hat besonders viele gesundheitsschädliche Substanzen - Razer antwortet nicht. (Bild: Razer)
Ein Kopfhörer hat besonders viele gesundheitsschädliche Substanzen - Razer antwortet nicht. Bild: Razer
Inhalt
  1. Gesundheitsgefahr durch Kopfhörer: Nur zwei von 15 Herstellern planen neue Labortests
  2. Diese Kopfhörerhersteller antworteten nicht
  3. Es geht um vorgeschriebene Grenzwerte

Golem hat bei 15 Herstellern von Kopfhörern nachgefragt, wie sie darauf reagieren, dass von ihren Produkten Gesundheitsrisiken ausgehen können . Einige Anbieter wollen zunächst weitermachen wie bisher; über die Hälfte der angefragten Unternehmen ließ Nachfragen unbeantwortet.

Vor zwei Wochen wurde eine Untersuchung veröffentlicht, wonach viele Kopfhörer bekannter Hersteller gesundheitsschädliche Substanzen enthalten . Die Studie wurde von dem Projekt Toxfree Life for All durchgeführt, das sich dafür einsetzt, auf die Gefährdung durch Chemikalien in Alltagsprodukten hinzuweisen und Bürger darüber aufzuklären.

Lediglich die beiden Unternehmen My First Care und Philips nehmen die aktuelle Untersuchung zum Anlass, ihre Produkte erneut überprüfen zu lassen. Von My First Care hieß es, man nehme die Ergebnisse "sehr ernst" und plane "zusätzliche Labortests speziell für BPA und andere Bisphenole" , um die Konzentrationen der entsprechenden Stoffe zu prüfen.

Das hat My First Care vor

My First Care produziert überwiegend Kopfhörer, die speziell für Kinder konzipiert sind; das Produkt Care Buds Blue wurde als bedenklich bewertet.

"Die Sicherheit und das Wohlergehen von Kindern haben für uns oberste Priorität" , hieß es von dem Unternehmen. Zugleich wurde betont, dass alle Produkte des Herstellers "mit den geltenden EU-Vorschriften für Unterhaltungselektronik entwickelt" worden seien und dabei verbindliche Anforderungen erfüllt würden.

"Es ist wichtig, zwischen dem analytischen Nachweis einer Substanz in einem Strukturmaterial und einer tatsächlichen gesundheitlichen Exposition unter bestimmungsgemäßen Nutzungsbedingungen zu unterscheiden. EU-Sicherheitsbewertungen basieren auf Migrationsgrenzwerten und umfassenden Risikobewertungen und nicht allein auf dem bloßen Vorhandensein einer Substanz" , teilte das Unternehmen zum Ergebnis der Untersuchung mit. Trotzdem will die Firma ihre Produkte nochmals testen.

Philips nimmt seine Produkte unter die Lupe

Das hinter der Marke Philips stehende Unternehmen TP Vision hat nach eigenen Aussagen bereits reagiert und "führt derzeit unabhängige Labortests durch und prüft alle relevanten Komponenten sorgfältig" , hieß es. Der Hersteller betonte ebenfalls, sich an geltende Vorschriften zu halten.

"Die Ergebnisse der Studie nehmen wir sehr ernst" , hieß es weiter. Damit solle sichergestellt werden, "dass unsere Produkte weiterhin sicher sind" .

"Nach Abschluss der Tests werden wir eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie etwaiger daraus resultierender Maßnahmen mit unseren Kunden teilen" , erklärte das Unternehmen. TP Vision war der einzige der 15 angefragten Hersteller, der von sich aus anbot, Golem über die Ergebnisse neuer Labortests auf dem Laufenden zu halten.

Über die Hälfte der angefragten Hersteller beantwortete Nachfragen zu gesundheitsschädlichen Substanzen in ihren Kopfhörerprodukten nicht.


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