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Diese Kopfhörerhersteller antworteten nicht

Apple, Beats, Bose, Huawei, JBL, Logitech, Razer und Skullcandy reagierten auch nach über einer Woche Wartezeit nicht auf Nachfragen zu den Ergebnissen der Untersuchung. Besonders pikant dabei: Mit JBL und Skullcandy sind zwei Hersteller darunter, die Produkte speziell für Kinder verkaufen, die im Rahmen der Untersuchung als bedenklich eingestuft wurden.

Razer stellte uns eine Beantwortung unserer Fragen bis Ende Februar in Aussicht. Es kam aber keine Rückmeldung, auch nicht auf erneute Nachfrage. Von Razer stammte der Kopfhörer, bei dem in der Untersuchung besonders viele gesundheitsschädliche Substanzen gefunden wurden .

Fünf der angefragten Hersteller wollen weitermachen wie bisher und betonten allesamt, dass sie sich bei der Produktion ihrer Geräte an gesetzliche Regeln und vorgeschriebene Richtlinien hielten. Aus Sicht des Projekts Toxfree Life for All reichen die rechtlichen Vorgaben und Richtlinien aber nicht aus, um Menschen ausreichend vor gesundheitsschädlichen Substanzen zu schützen.

Jabra widerspricht Aussage der Untersuchung

Jabra stellte als einziger der angefragten Hersteller gleich die ganze Einstufung eines seiner Produkte in Frage: "In diesem Bericht werden bestimmte Ohrhörer und Kopfhörer als Produkte eingestuft, die – nach den eigenen Bewertungskriterien der Projektverantwortlichen – möglicherweise gesundheitliche Bedenken aufwerfen können."

"Diese 'rote' Einstufung bedeutet jedoch nicht, dass das Produkt nach EU-Vorschriften rechtswidrig, unsicher oder nicht konform ist" , teilte uns das Unternehmen mit. "Die Bewertung beruht auf von NGOs festgelegten Grenzwerten und nicht auf gesetzlichen Vorgaben."

Aus wissenschaftlicher und regulatorischer Sicht gebe es keine Hinweise darauf, "dass die in Jabra-Produkten verwendeten Materialien ein Gesundheitsrisiko für Verbraucher darstellen" , betonte der Hersteller und ergänzte: "Jabra-Produkte erfüllen sämtliche einschlägigen EU-Vorgaben zur Materialsicherheit" .

Jabra betont Einhaltung der Grenzwerte

"BPA, BPS und BPB gelten als Substances of Very High Concern (SVHC – besonders besorgniserregende Stoffe). Werden sie in Mengen von mehr als 0,1 Prozent (1 Gramm pro 1.000 Gramm) eingesetzt, bestehen Informationspflichten gegenüber Verbrauchern" , erklärte der Hersteller.

Jabra verwende jedoch für alle Produkte einen strengeren internen Grenzwert von 0,3 Gramm pro 1.000 Gramm. "Beim Modell Elite 10 Generation 2 liegt der Gehalt bei 0,114 Gramm pro 1.000 Gramm – und damit deutlich unter diesem Grenzwert" , betonte der Anbieter und erklärte weiter: "Zusätzlich sind unsere neuesten Produkte nach TCO Certified Generation 10 (Nachhaltigkeitszertifizierung für IT-Produkte) ausgezeichnet, die strengere Anforderungen an Produktsicherheit und chemische Inhaltsstoffe stellt."

Jabra-Produkte seien weiterhin sicher und konform in der Anwendung durch Endnutzer, ergänzt das Unternehmen. "Sollten sich Gesetze oder behördliche Leitlinien ändern, wird Jabra entsprechend reagieren – die Sicherheit der Kunden bleibt dabei höchste Priorität."

Marshall, Samsung, Sennheiser und Sony argumentierten ähnlich wie Jabra.


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