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Gesundheits-Angst: Smartwatch-Besitzerin macht 916 EKG in einem Jahr

Die Gesundheitsfunktionen von Smartwatches führen bei manchen Patienten zu regelrechter Angst um die Gesundheit – mit belastenden Folgen.
/ Tobias Költzsch
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Moderne Smartwatches können den Puls messen und ein EKG aufzeichnen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Moderne Smartwatches können den Puls messen und ein EKG aufzeichnen. Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Eine 70-jährige Frau mit einer Vorgeschichte von Herzrhythmusstörungen hat in einem Jahr mit ihrer Smartwatch 916 EKG aufgezeichnet. Die Frau aus den USA habe eine regelrechte Gesundheitsangst entwickelt, die sich mit jeder Benachrichtigung ihrer Smartwatch verstärkt habe, berichtet The Verge(öffnet im neuen Fenster) .

Symptome habe die ältere Dame nicht gehabt. Die ständige Überwachung ihrer Herzfrequenz durch ihre Smartwatch habe sie aber so stark beschäftigt, dass eine Art Neurose entstanden sei. Die Frau soll sich über das Jahr verteilt zwölfmal in ärztliche Behandlung wegen ihres Herzens begeben haben, obwohl es keine Gründe für die Arztbesuche gab.

Der Fall sei keine Ausnahme, sagt Lindsey Rosman von der University of North Carolina. Die Expertin hat einen Aufsatz zu dem Thema geschrieben. "Patienten mit Arrhythmien, Palpitationen und unregelmäßigem Herzschlag kommen häufig mit regelrechten Stapeln an Daten ihrer Smartwatches in die Kliniken" , sagt Rosman.

Smartwatches können Ängste erzeugen

Rosman zufolge bieten Smartwatches Ärzten und Patienten viele gute Möglichkeiten, sie können bei Patienten aber auch Ängste erzeugen und verstärken. Das liegt unter anderem an der konstanten Versorgung mit Gesundheitsinformationen. Außerdem deuten Nutzer manche Mitteilungen zu inkonsistenten Daten als potenzielle Gefahr, auch wenn es eigentlich keine Probleme gibt.

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Die vielen Informationen von Smartwatches können auch für Ärzte zum Problem werden, da sie meist nicht die Zeit haben, alle Unterlagen durchzugehen. Das kann Rosman zufolge zu einem Vertrauensbruch zwischen Patienten und Arzt führen, da die Patienten sich nicht ernst genommen fühlen.

Rosman zufolge überwiegen die positiven Eigenschaften einer Smartwatch ihre möglichen Risiken in Bezug auf Gesundheitsängste. Nötig sei eine bessere Aufklärung über die von der Smartwatch angezeigten Gesundheitsdaten.


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