Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Gesundheit: Elektronische Patientenakte könnte sich verzögern

Das Bundesgesundheitsministerium soll den Partnern mitgeteilt haben, dass der Zeitplan gescheitert ist. Offiziell wird das bestritten.
/ Achim Sawall
21 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
TK-Safe, die App der Techniker Krankenkasse für die elektronische Patientenakte (Bild: TK)
TK-Safe, die App der Techniker Krankenkasse für die elektronische Patientenakte Bild: TK

Die bundesweite Einführung der (ePA) verzögert sich einem Spiegel-Bericht zufolge(öffnet im neuen Fenster) auf unbestimmte Zeit. Das hat das Nachrichtenmagazin aus einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums erfahren.

"Trotz intensiver Bemühungen auf allen Seiten besteht derzeit ein zeitlicher Verzug in der Entwicklungs-Roadmap" , heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums an den Bundesverband Gesundheits-IT, das dem Spiegel vorliegt.

Wann die elektronischen Patientenakte breit verwendbar sein wird, geht aus dem Schreiben der Leiterin der Abteilung 5, Digitalisierung und Innovation des Ministerium nicht hervor. Ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte dagegen, der Zeitplan für die ePA stehe "unverändert" .

Eigentlich soll es im Jahr 2025 losgehen

Am 15. Januar 2025 soll ein Testlauf in den Modellregionen Franken (Bayern) und Hamburg starten. Die bundesweite Einführung, zusammen mit einer Nutzungsverpflichtung der Leistungserbringer wie Arztpraxen oder Krankenhäuser, soll sich nun aber erst dann anschließen, wenn "die Erfahrungen in den Modellregionen positiv sind" . Auch die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, die oberste Vertretung der Apotheker ABDA sowie die Deutsche Krankenhausgesellschaft wurden vom Bundesgesundheitsministerium über das neue Prozedere informiert.

Gesetzlich Krankenversicherte sollen ursprünglich am 15. Januar 2025 automatisch eine elektronische Patientenakte (ePA) erhalten. Das geht aus einem Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums hervor, der dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) und den Zeitungen der Funke Mediengruppe(öffnet im neuen Fenster) vorlag. Wer die ePA nicht nutzen möchte, kann über ein Opt-out-Verfahren widersprechen.

Sämtliche in der elektronischen Patientenakte gespeicherten Daten wie Befunde oder Laborwerte können zum Beispiel von Pharmakonzernen für die Forschung verwendet werden – solange die einzelnen Versicherten nicht aktiv widersprechen. Dennoch wäre es für kranke Menschen ein Fortschritt, wenn ihre Daten aus früheren Behandlungen für Ärzte zugänglich wären, argumentieren Befürworter.


Relevante Themen