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Gestensteuerung: Matchpoint macht aus jedem Objekt eine Fernbedienung

Forscher aus England haben eine Gestensteuerung entwickelt, die nicht auf Objekte, sondern bestimmte Bewegungen reagiert. Damit kann jedes Objekt oder Körperteil genutzt werden, um den Fernseher zu bedienen.

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Gestensteuerungssystem Matchpoint: Programmwechsel mit der Kaffeetasse
Gestensteuerungssystem Matchpoint: Programmwechsel mit der Kaffeetasse (Bild: Lancaster University)

Statt der Fernbedienung reichen künftig die Fernsehzeitung, das Brillenetui oder ein Glas aus, um das Fernsehprogramm zu wechseln. Eine Gestensteuerungstechnik, die an der Universität von Lancaster in Nordengland entwickelt wurde, macht jeden beliebigen Gegenstand zur Fernbedienung. Voraussetzung für die Erkennung ist eine Webcam, welche die Gesten erfasst. Die Software erkennt dabei nicht, wie andere Systeme, einen bestimmten Körperteil, sondern sucht nach rotierenden Bewegungen.

Targets kreisen um Icons

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In einer Ecke des Bildschirms werden Icons eingeblendet, die für bestimmte Funktionen stehen: Lautstärkeregelung, Umschalten der Kanäle oder Aufrufen des Menüs. Sogenannte Targets umkreisen diese Icons. Die Targets stehen für die gewünschte Operation, etwa das Gerät stummzuschalten oder die Lautstärke anzupassen.

Der Nutzer synchronisiert die Bewegung des Targets und die des Objektes, das er als Fernbedienung benutzen will: etwa seine Hand, seinen Kopf oder ein beliebiges Objekt. Spontane räumliche Kopplung nennen die englischen Forscher das.

Schieberegler wird per Geste verschoben

Hat der Nutzer eine Funktion angewählt, etwa die Lautstärkeregelung, erscheint auf dem Bildschirm ein Schieberegler. Diesen bedient er dann, indem er die Hand, den Kopf oder den Gegenstand in die gewünschte Richtung bewegt.

Nach der Kopplung bleiben Gegenstand oder Körperteil so lange als mit dem System gekoppelt, wie sie sich im Sichtfeld der Kamera befinden. Zum Deaktivieren werden sie kurz aus dem Sichtfeld genommen.

Matchpoint ist einfach zu bedienen

Die spontane räumliche Kopplung sei ein neuer Ansatz für Gestensteuerung, der durch die Erkennung von Bewegungen statt eines bestimmten Objekts funktioniere, sagt Christopher Clarke, der das System mit der Bezeichnung Matchpoint entwickelte. Vorteil der Technik sei, dass sie einfach zu bedienen sei: Die Software müsse nicht auf einen bestimmten Körperteil angelernt werden, und die Nutzer müssten nicht bestimmte Befehle lernen, um das System zu aktivieren. "Unsere Technik ermöglicht ein nutzerfreundlicheres Erlebnis, indem man umschaltet, ohne das Getränk wegzustellen oder die Position zu ändern, egal ob man sich auf dem Sofa entspannt oder kocht."

Die Forscher der Universität Lancaster wollen Matchpoint auf dem ACM Symposium on User Interface Software and Technology (UIST) vorstellen. Die Konferenz findet vom 22. bis 25. Oktober in Quebec in Kanada statt.



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