Gestenerkennung: Googles Autos interpretieren Handzeichen von Radfahrern
Google hat den Fortschritt seiner Arbeiten an autonom fahrenden Autos veröffentlicht (PDF(öffnet im neuen Fenster)). Daraus geht hervor, dass besonders im Bereich Radfahrererkennung viele Fortschritte gemacht wurden. Um deren Bewegungen und Intentionen zu erkennen, müssen viel mehr Sensordaten ausgewertet werden als bei Autos, die vergleichsweise schwerfällig sind.
Radfahrer sind im Gegensatz zu Autos recht schwer zu erkennen, weil es eine so große Variante an Fahrradtypen und -größen gibt. Tandems, Einräder, Rikscha-Fahrräder, mehrfarbige Rahmen, Bierbikes und viele andere Modelle sind zu berücksichtigen. Google setzt auf Maschinenlernen, um seinen Fahrzeugen die Erkennung zu ermöglichen.
Das Verhalten eines Radfahrers kann hingegen viel schlechter als das eines Autofahrers erkannt werden, da weder Bremslichter noch Blinker vorhanden sind. Einzig die Handzeichen, die Radfahrer zum Abbiegen machen sollen, lassen erkennen, wohin sich das Gefährt bewegen wird. Damit es nicht zu Unfällen kommt, werden die Sensoren der Google-Fahrzeuge genutzt, um die Handbewegungen der Fahrer aufzunehmen. Per Software werden die Gesten ausgewertet. Schwierigkeiten dürfte so ein System bei Fußgängern haben, weil es für sie nicht üblich ist, Handzeichen zu machen.
Nachts sind Radfahrer schwerer zu erkennen
Auch Radfahrer, die in der Nacht mit Licht unterwegs sind, sollen mit Googles Software identifiziert werden. Das ist besonders schwierig, weil sie oft deutlich schwächere Lichtanlagen besitzen, die auch noch an unterschiedlichen Stellen montiert sind.
In den USA hat sich der Radverkehr nach Angaben von Google zwischen 2001 und 2009 mehr als verdoppelt. Radfahrer sind nicht nur dort einem hohen Risiko ausgesetzt. Allein 2014 wurden in den USA 50.000 Radfahrer bei Unfällen verletzt und 720 getötet.
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