Gesichtserkennung: Schule in China testet System zur Aufmerksamkeitserkennung

In einer Schule in Hangzhou in Ostchina kann sich kein Schüler unbemerkt langweilen oder unaufmerksam sein. Kameras überwachen die Schüler. Ein Computer erkennt, ob sie aufmerksam dem Unterricht folgen. Wenn nicht, benachrichtigt das System den Lehrer.

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Schüler in China (Symbilbold): Computer interpretiert Stimmung.
Schüler in China (Symbilbold): Computer interpretiert Stimmung. (Bild: Damir Sagolj/Reuters)

Folgen die Schüler aufmerksam dem Unterricht? Interessiert sie der Stoff? Oder langweilen sie sich und starren vor sich hin? Eine weiterführende Schule in der ostchinesischen Stadt Hangzhou hat ein Gesichtserkennungssystem installiert, das die Stimmung der Schüler an ihren Gesichtsausdrücken erkennt.

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Das System besteht aus drei Kameras, die über der Tafel angebracht sind und die Schüler beobachten. Die Bilder werden an einem Computer übertragen, der sie auswertet. Er analysiert die Gesichtsausdrücke der Schüler und interpretiert daraus deren Gefühlslage. Es soll sieben verschiedene Emotionen, etwa glücklich, neutral oder gelangweilt, erkennen. Wenn es glaubt, ein Schüler sei unaufmerksam, benachrichtigt es den Lehrer.

Entwickelt wurde das System von der Universität in Hangzhou in der Provinz Zhejiang zusammen mit dem Unternehmen Hikvision, einem Anbieter von Videoüberwachungssystemen. Bisher hat ein Klassenzimmer mit dem System ausgestattet. Die Schulleitung plant aber, es flächendeckend in der Schule einzusetzen.

Firmen messen die Hirnströme von Angestellten

Neue Technik für Überwachung und Effizienzgewinn einzusetzen, ist in China nicht unüblich. Verschiedene Unternehmen lassen ihre Angestellten Datenkappen tragen, um deren Hirnströme zu messen. Das soll helfen, Stress und Überarbeitung frühzeitig zu erkennen und die Mitarbeiter anders einzusetzen, Die Unternehmen erhoffen sich davon eine Effizienzsteigerung und damit mehr Umsätze.

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Die Sicherheitsbehörden des Landes setzen Gesichtserkennung schon lange ein. Die Systeme sind inzwischen ziemlich gut, wie die BBC im Dezember 2017 in Guiyang in der südwestchinesischen Provinz Guizhou ausprobierte: Ein Reporter des britischen Fernsehsenders wurde nach wenigen Minuten anhand eines Fotos, mit dem das örtliche Überwachungssystem gefüttert worden war, in der Stadt erkannt. Anfang des Jahres haben Polizisten eine Datenbrille mit Gesichtserkennung getestet, mit der sie gesuchte Personen im öffentlichen Raum identifizierten.

Schüler trauen sich nicht, unaufmerksam zu sein

Das Überwachungssystem in der Schule scheint den von der Schulleitung gewünschten Erfolg zu haben: Früher habe er sich anderweitig abgelenkt, wenn er den Stoff nicht mochte, sagte ein Schüler einer lokalen Tageszeitung. Jetzt, da die Kameras installiert seien, traue er sich das nicht mehr. Allerdings ließe sich fragen, ob dazu ein System mit Gesichtserkennung und -interpretation nötig ist und es nicht auch drei Kamera-Dummys getan hätten. Oder besserer Unterricht.

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TrollNo1 22. Mai 2018

Im Berufsleben ist so manches anders. Keiner verlangt mehr, irgendwelchen Quatsch...

FreiGeistler 22. Mai 2018

Man fördert sie damit eher. Die Erkrankungen, meine ich.

FreiGeistler 22. Mai 2018

Schon jetzt hat China wegen dem schulischen Drill und Leistungsdruck eine extrem hohe...

Anonymer Nutzer 20. Mai 2018

Hab ich das im Artikel übersehen? Wird der Lehrer ausgetauscht oder der Schüler bestraft...

Neuro-Chef 20. Mai 2018

Irgendwie neigen ja so einige asiatischen Kulturen zum übertriebenen Leistungsgedanken in...



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