Gesichtserkennung: Schule in China testet System zur Aufmerksamkeitserkennung

In einer Schule in Hangzhou in Ostchina kann sich kein Schüler unbemerkt langweilen oder unaufmerksam sein. Kameras überwachen die Schüler. Ein Computer erkennt, ob sie aufmerksam dem Unterricht folgen. Wenn nicht, benachrichtigt das System den Lehrer.

Artikel veröffentlicht am ,
Schüler in China (Symbilbold): Computer interpretiert Stimmung.
Schüler in China (Symbilbold): Computer interpretiert Stimmung. (Bild: Damir Sagolj/Reuters)

Folgen die Schüler aufmerksam dem Unterricht? Interessiert sie der Stoff? Oder langweilen sie sich und starren vor sich hin? Eine weiterführende Schule in der ostchinesischen Stadt Hangzhou hat ein Gesichtserkennungssystem installiert, das die Stimmung der Schüler an ihren Gesichtsausdrücken erkennt.

Stellenmarkt
  1. Senior Solution Architect Azure (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, München, Hamburg
  2. Senior Automatisierungstechniker (m/w/d)
    Rentschler Biopharma SE, Laupheim
Detailsuche

Das System besteht aus drei Kameras, die über der Tafel angebracht sind und die Schüler beobachten. Die Bilder werden an einem Computer übertragen, der sie auswertet. Er analysiert die Gesichtsausdrücke der Schüler und interpretiert daraus deren Gefühlslage. Es soll sieben verschiedene Emotionen, etwa glücklich, neutral oder gelangweilt, erkennen. Wenn es glaubt, ein Schüler sei unaufmerksam, benachrichtigt es den Lehrer.

Entwickelt wurde das System von der Universität in Hangzhou in der Provinz Zhejiang zusammen mit dem Unternehmen Hikvision, einem Anbieter von Videoüberwachungssystemen. Bisher hat ein Klassenzimmer mit dem System ausgestattet. Die Schulleitung plant aber, es flächendeckend in der Schule einzusetzen.

Firmen messen die Hirnströme von Angestellten

Neue Technik für Überwachung und Effizienzgewinn einzusetzen, ist in China nicht unüblich. Verschiedene Unternehmen lassen ihre Angestellten Datenkappen tragen, um deren Hirnströme zu messen. Das soll helfen, Stress und Überarbeitung frühzeitig zu erkennen und die Mitarbeiter anders einzusetzen, Die Unternehmen erhoffen sich davon eine Effizienzsteigerung und damit mehr Umsätze.

Golem Karrierewelt
  1. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    28.02.2023, Virtuell
  2. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    19.-22.12.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Sicherheitsbehörden des Landes setzen Gesichtserkennung schon lange ein. Die Systeme sind inzwischen ziemlich gut, wie die BBC im Dezember 2017 in Guiyang in der südwestchinesischen Provinz Guizhou ausprobierte: Ein Reporter des britischen Fernsehsenders wurde nach wenigen Minuten anhand eines Fotos, mit dem das örtliche Überwachungssystem gefüttert worden war, in der Stadt erkannt. Anfang des Jahres haben Polizisten eine Datenbrille mit Gesichtserkennung getestet, mit der sie gesuchte Personen im öffentlichen Raum identifizierten.

Schüler trauen sich nicht, unaufmerksam zu sein

Das Überwachungssystem in der Schule scheint den von der Schulleitung gewünschten Erfolg zu haben: Früher habe er sich anderweitig abgelenkt, wenn er den Stoff nicht mochte, sagte ein Schüler einer lokalen Tageszeitung. Jetzt, da die Kameras installiert seien, traue er sich das nicht mehr. Allerdings ließe sich fragen, ob dazu ein System mit Gesichtserkennung und -interpretation nötig ist und es nicht auch drei Kamera-Dummys getan hätten. Oder besserer Unterricht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


TrollNo1 22. Mai 2018

Im Berufsleben ist so manches anders. Keiner verlangt mehr, irgendwelchen Quatsch...

FreiGeistler 22. Mai 2018

Man fördert sie damit eher. Die Erkrankungen, meine ich.

FreiGeistler 22. Mai 2018

Schon jetzt hat China wegen dem schulischen Drill und Leistungsdruck eine extrem hohe...

Anonymer Nutzer 20. Mai 2018

Hab ich das im Artikel übersehen? Wird der Lehrer ausgetauscht oder der Schüler bestraft...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesarbeitsgericht
Arbeitgeber müssen Arbeitszeiten zwingend erfassen

Das vollständige Urteil des BAG zur Arbeitszeiterfassung liegt nun vor. Diese muss zwingend erfolgen, aber nicht unbedingt elektronisch.

Bundesarbeitsgericht: Arbeitgeber müssen Arbeitszeiten zwingend erfassen
Artikel
  1. E-Auto-Ranking: Tesla beim ADAC-Vergleich nur im Mittelfeld
    E-Auto-Ranking
    Tesla beim ADAC-Vergleich nur im Mittelfeld

    Der ADAC hat ein neues E-Auto-Ranking für verschiedene Fahrzeugklassen veröffentlicht. Tesla ist demnach nicht mehr der Branchen-Primus.

  2. BWI entwickelt innovative KI-Lösungen für die Bundeswehr
     
    BWI entwickelt innovative KI-Lösungen für die Bundeswehr

    Künstliche Intelligenz (KI) ist eine Schlüsseltechnologie für Streitkräfte. Daher erprobt die BWI als IT-Systemhaus der Bundeswehr Potenziale und Anwendungsfelder für die Herausforderungen der Soldat*innen.
    Sponsored Post von BWI

  3. Starshield: SpaceX entwickelt militärische Starlink-Satelliten
    Starshield
    SpaceX entwickelt militärische Starlink-Satelliten

    Erdbeobachtung, verschlüsselte Kommunikation und geheime Nutzlasten - so bewirbt SpaceX eine neue Generation von Satelliten namens Starshield.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Amazon Last Minute Angebote: Games & Zubehör, AVM-Router • Saturn-Weihnachts-Hits: Rabatt-Angebote aus allen Kategorien • PS5 Disc Edition inkl. God of War Ragnarök wieder vorbestellbar bei Amazon 619€ • NBB: Samsung Odyssey G9 49"/DQHD/240Hz 849,90€ • ViewSonic VX3258 WQHD/144 Hz 229,90€ [Werbung]
    •  /