Gesichtserkennung: Kundendaten von Clearview abgegriffen
Beim US-Anbieter von Gesichtserkennungsdiensten, Clearview AI, hat es offenbar ein Datenleck gegeben. In einem Schreiben an seine Kunden teilte das Unternehmen nach Angaben des US-Portals The Daily Beast(öffnet im neuen Fenster) mit, dass ein nicht-autorisierter Zugriff auf die interne Kundendatenbank registriert worden sei. Die Datei habe eine Liste der Kunden, die Anzahl ihrer jeweiligen Nutzeraccounts und die Zahl der Anfragen enthalten. Die Server von Clearview und die Systeme seien jedoch nicht kompromittiert worden.
Die bis Januar 2020 kaum bekannte Firma soll in den vergangenen Jahren heimlich eine Gesichtsdatenbank mit Milliarden von Fotos aufgebaut haben. Einem Bericht der New York Times zufolge wurde der Zugang zu der Datenbank im vergangenen Jahr mehr als 600 Behörden als Service angeboten. Welche Polizei- und Ermittlungsbehörden die Dienste von Clearview tatsächlich in welchem Umfang genutzt haben, ist bislang hingegen nicht bekannt.
Angeblich höchste Treffergenauigkeit der Welt
Das könnte jedoch passieren, wenn die Kundenliste geleakt werden sollte. Laut Clearview soll die Liste nicht den Suchverlauf der Behörden enthalten. "Sicherheit hat bei Clearview höchste Priorität", sagte Firmenanwalt Tor Ekeland auf Anfrage von Daily Beast. Der Vorfall sei in dem Kundenschreiben nicht als Hack bezeichnet worden.
Das Unternehmen wirbt mit einer Treffergenauigkeit von 98,6 Prozent. Das sei "die höchste der Welt"und bedeute, dass es fast nie Falschtreffer gebe. In einem Dokument (PDF)(öffnet im neuen Fenster) wird eine Trefferquote von 30 bis 60 Prozent angegeben.
- Anzeige Hier geht es zum Handbuch für Softwareentwickler bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.