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Gesichtserkennung: FBI sammelt anlasslos Fotos von US-Bürgern

Für seine neue biometrische Datenbank hat das FBI bereits Fotos von fast der Hälfte der US-Bevölkerung eingesammelt – ohne deren Einwilligung. Die Gesichtserkennung stieß auf scharfe Kritik in einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus.
/ Jörg Thoma
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Die US-Bundespolizei greift bei ihrer Gesichtserkennung auch auf Fotos von Führerscheinen zu - ohne Zustimmung.. (Bild: Beatrice Murch)
Die US-Bundespolizei greift bei ihrer Gesichtserkennung auch auf Fotos von Führerscheinen zu - ohne Zustimmung.. Bild: Beatrice Murch / CC-BY 3.0

Die US-Bundespolizei sieht sich derzeit mit Vorwürfen konfrontiert, seit 2010 anlasslos Fotos von US-Bürgern für ihre biometrische Datenbank zu sammeln. Die Aufnahmen stammen unter anderem aus den Führerscheinstellen in 18 Bundesstaaten. Nur 20 Prozent der Fotos hat das FBI von Strafverfolgungsbehörden übernommen. Bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus(öffnet im neuen Fenster) kritisierten sowohl Abgeordnete als auch Bürgerrechtler das Vorgehen. Fotos seien wie Fingerabdrücke oder DNA zu behandeln, sie sollten nur dann in polizeilichen Datenbanken verwendet werden, wenn eine kriminelle Handlung Anlass dazu gibt.

Die US-Abgeordneten kritisierten zudem, dass das FBI es fünf Jahre lang versäumt habe, ein Gutachten über die Auswirkungen der Gesichtserkennung auf die Privatsphäre nach den Regularien des Privacy Acts zu erstellen. Das sieht das US-Recht eigentlich vor. Stattdessen bemühe sich die US-Bundespolizei weiterhin um Abkommen mit anderen US-Bundesstaaten, um Zugriff auf die Datenbanken der Führerscheinstellen und des US-Außenministeriums zu erhalten, die Reisepässe ausstellen. Abgeordnete kritisierten auch, dass es bislang keine Informationen der Führerscheinstellen über den Zugriff des FBI gebe. Führerscheine gelten in großen Teilen der USA auch als Ausweis.

Rechtlicher Rahmen für die Gesichtserkennung

Zudem sei die vom FBI verwendete Gesichtserkennungssoftware unzuverlässig. Die verwendeten Algorithmen hätten eine Fehlerquote von 15 Prozent und seien deshalb vergleichbarer Software aus dem privaten Sektor deutlich unterlegen. Besonders bei Afroamerikanern sei die Fehlerquote sehr hoch und führe deshalb zu rassistischen Vorurteilen.

Bereits im Mai 2016 hatte der Rechnungshof der Vereinigten Staaten (United States Government Accountability Office) in einem Gutachten das FBI ermahnt(öffnet im neuen Fenster), sowohl im Bereich der Privatsphäre als auch an der Zuverlässigkeit der Erkennungssoftware Verbesserungen vorzunehmen. Die Anhörung soll jetzt prüfen, welche zusätzlichen Regularien und Gesetze notwendig sind, um dem Einsatz von Gesichtserkennung bei der Strafverfolgung einen rechtlichen Rahmen zu geben.


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