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Gesetztesinitiative: Neue Hoffnung für die Opfer der Telefonabzocker

Wenn das Telefon klingelt, kann es teuer werden. Abzocker preisen Gewinnspiele an und entlocken den Opfern Kontodaten. Die FDP spricht von einer "Sauerei" und will schärfere Gesetze. Ein Musterfall.

Artikel veröffentlicht am , Dietmar Neuerer/Handelsblatt
Gesetztesinitiative: Neue Hoffnung für die Opfer der Telefonabzocker
(Bild: twicepix/CC BY-SA 2.0)

Lieselotte Bermann (Name wurde von der Redaktion geändert) ist geschockt. Am Morgen sortiert sie ihre Post. Ihre Miene verfinstert sich, als sie einen Brief der Proinkasso GmbH aus Neu-Isenburg öffnet. In dem Schreiben wird die 76-jährige Dame ultimativ aufgefordert, einen Betrag von 224,21 Euro zu überweisen. "Unser Mandant (CSS Kontor GmbH) hat uns bevollmächtigt, die unten aufgeführte und gemahnte Forderung aus Ihrer Anmeldung zum Gewinnspieleintragungsservice 'Premium Direkt - Gewinnspieleintragungsdienst' einzuziehen", heißt es in dem Zwei-Seiten-Brief, der Handelsblatt Online vorliegt.

Inhalt:
  1. Gesetztesinitiative: Neue Hoffnung für die Opfer der Telefonabzocker
  2. FDP will höhere Bußgelder für Telefonabzocker

Bermann weiß nicht, wie ihr geschieht. Von einem Gewinnspieleintragungsservice ist ihr nichts bekannt. Dunkel erinnert sie sich an ein Telefonat, das sie vor kurzem geführt hat. Ob der Vorgang wohl damit zu tun hat?

Als Bermann sich informiert, mit Bekannten spricht, dämmert es ihr. Ja, da war dieses eine Telefonat mit einer Frau, die sehr schnell gesprochen hat, die deshalb auch nur schwer zu verstehen war. Es ging wohl um ein Spiel und um Gewinne. Und vor allem darum, mit ihr einen Datenabgleich zu machen, ihre Kontonummer gegenzuchecken. Das Telefonat dauerte nicht lange. Bermann dachte sich nichts dabei. Und vor allem dachte sie nicht ernsthaft daran, sich jetzt zu irgendwelchen Zahlungen verpflichtet zu haben. Was die alte Dame erlebt hat, ist keine Seltenheit.

Die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur häufen sich, vor allem bei Gewinnspiel- und Gewinnspieleintragungsdiensten. Allein zwischen September 2009 und Juni 2010 meldeten sich über 80.000 Betroffene bei der Behörde. Die Masche der Telefonabzocker ist immer dieselbe. Bevor sich überhaupt ein "Geschäft" konkret anbahnt, wird der Betroffene bereits von einem Callcenter angerufen, wobei bei diesem ersten - nicht aufgezeichneten - Gespräch schon der Eindruck erweckt wird, es bestehe bereits eine Geschäftsbeziehung und man müsse die Daten vergleichen oder korrigieren. Beim zweiten - diesmal aufgezeichneten - Anruf erfolgt dann ein Datenabgleich, bei dem die vollständigen Bankdaten entlockt werden. Zu direkten Abbuchungen kommt es aber nicht. Die Leute erhalten in der Regel eine gesonderte Rechnung. So auch Lieselotte Bermann.

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Dass sie jetzt mit dem Vorgang nichts mehr zu tun haben will, dass sie sich über den Tisch gezogen fühlt, davon will das Inkasso-Unternehmen nichts wissen. Das Perfide ist, dass das Gespräch zwischen Bermann und dem Gewinnspieleintragungsservice aufgezeichnet wurde und sich die Dame jetzt damit konfrontiert sieht. In dem Brief der Proinkasso GmbH wird unmissverständlich darauf hingewiesen, dass sie bei Erinnerungslücken die Möglichkeit der Prüfung habe. "Wir stellen Ihnen Ihre telefonische Anmeldung als Tondatei zur Verfügung." Hinterlegt ist das Tondokument auf einer Internetseite des Inkasso-Unternehmens.

Handelsblatt Online hat den Anruf abgehört.

 

Inhaltlich deckt sich das Gespräch mit den Angaben der Inkasso-Firma. In dem Brief wurde beispielhaft ein aufgezeichnetes Gespräch in Textform beigefügt. Das Originaltelefonat findet in schnellem Tempo statt. Der Name des Gewinnspielservices ist kaum zu verstehen. Dem verbraucherschutzpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Erik Schweickert, ist dieses Vorgehen wohl bekannt. "Das ist sicherlich so gewollt, damit sich der Angerufene schwertut, einen untergeschobenen Vertrag zu erkennen", sagte Schweickert Handelsblatt Online. Üblicherweise würden Betroffene auch auf Kündigungsfristen beziehungsweise Widerspruchsmöglichkeiten und -fristen nicht hingewiesen.

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FDP will höhere Bußgelder für Telefonabzocker 
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Ovaron 27. Nov 2012

Dürfen die nicht. Ja, es gibt ein Gesetz. Das ist der Teil den Du falsch verstanden...

Cyrano_B 27. Nov 2012

oder einfach darauf hinweisen, dass dieses Gespräch zur Qualitätsicherung aufgenommen...

AdmiralAckbar 27. Nov 2012

Den sag ich bloß Kai Uwe Meyer http://www.youtube.com/watch?v=j4CWW8CZ7FM gibt schon...

Ftee 27. Nov 2012

Dann gibts ein neues Gesetz (naja, eher nicht denk ich mal, aber nehmen wir mal an...

Flying Circus 26. Nov 2012

Sie ist damit beschäftigt, Facebook zu drohen *g*


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