Gesetzgebung: IT-Branche will neue Gesetze zuvor überprüfen
Der Branchenverband Bitkom würde neue Gesetze in Deutschland vor der Verabschiedung gern auf ihre Verträglichkeit für die IT-Branche überprüfen. Das sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf(öffnet im neuen Fenster) am 1. Juli 2014 bei der Halbjahres-Pressekonferenz des Verbandes. "Wirklich innovativ wäre eine IT-Verträglichkeitsprüfung für alle neuen Gesetze. Das heißt: Gesetze sollten künftig nur noch dann verabschiedet werden, wenn sie keine negativen Auswirkungen auf die digitale Wirtschaft haben."
In der Vergangenheit seien negative Folgen von Gesetzesvorhaben für die digitale Wirtschaft oft zu spät erkannt worden, etwa bei der Streubesitz-Besteuerung für die Finanzierung von Tech-Start-Ups.
Die Bundesregierung habe zwar angekündigt, die Themen Digitalisierung und IT in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu rücken. "Wenn es konkret wird, ist davon bislang leider noch wenig zu sehen gewesen" , kritisierte Kempf.
Gefragt seien von den Unternehmen Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel, aber nach dem NSA-Skandal auch vertrauensbildende Maßnahmen. Nötig sei ein gegenseitiger Verzicht auf Wirtschaftsspionage und die Ächtung von Cybersabotage sowie verbindliche Regeln zur Herausgabe von Unternehmensdaten an Geheimdienste.
Knapp drei Viertel der IT-Unternehmen konnten laut Bitkom im ersten Halbjahr 2014 ihre Umsätze steigern. Dagegen berichteten 13 Prozent von rückläufigen Geschäften. "Denn während Segmente wie Software und IT-Dienstleistungen kräftig wachsen, stagnieren andere Bereiche wie IT-Hardware" , sagte Kempf. Bei den Telekommunikationsdiensten würden wie in den Vorjahren deutliche Umsatzrückgänge erwartet.
Für das laufende Jahr prognostizierte der Bitkom im März 2014 ein Umsatzwachstum des deutschen IT-Marktes um 1,7 Prozent auf 153,4 Milliarden Euro. Eine Aktualisierung dieser Marktprognose werde es erst im Herbst geben.
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