Abo
  • Services:
Anzeige
Jim Cooper will Menschenhandel erschweren, indem er Geldstrafen für den Handel mit Smartphones ohne Hintertür vorschlägt.
Jim Cooper will Menschenhandel erschweren, indem er Geldstrafen für den Handel mit Smartphones ohne Hintertür vorschlägt. (Bild: California State Assembly Democratic Caucus/Screenshot: Golem.de)

Gesetzesvorschlag: US-Politiker stört sich an Smartphones ohne Hintertür

Jim Cooper will Menschenhandel erschweren, indem er Geldstrafen für den Handel mit Smartphones ohne Hintertür vorschlägt.
Jim Cooper will Menschenhandel erschweren, indem er Geldstrafen für den Handel mit Smartphones ohne Hintertür vorschlägt. (Bild: California State Assembly Democratic Caucus/Screenshot: Golem.de)

Ein Mitglied der State Assembly in Kalifornien will den Verkauf von verschlüsselungsfähigen Smartphones ohne Hintertür verbieten und hat dafür einen Gesetzesvorschlag erarbeitet. Ihm geht es vor allem darum, Menschenhandel zu verhindern, denn die Beweise finden sich in verschlüsselten Smartphones.

Ausgerechnet in Kalifornien hat Jim Cooper, Mitglied der California State Assembly, einen Vorschlag für ein Gesetz eingereicht, das den Verkauf oder das Leasing von verschlüsselten Smartphones ohne Hintertür unter Strafe stellt. Entweder Hard- oder Software müssten die Möglichkeit bieten, bei einer richterlichen Anordnung die integrierte Verschlüsselung zu umgehen.

Anzeige

Laut dem Vorschlag AB1681 soll der Handel mit Smartphones, die die Bedingungen nicht erfüllen, mit 2.500 US-Dollar Strafe (Civil Penalty) pro Gerät geahndet werden. Das soll für alle Geräte gelten, die ab dem 1. Januar 2017 produziert und verkauft werden. Die Strafe dürfe nicht an den potenziellen Kunden als Aufpreis weitergegeben werden. Das Gesetz bezieht sich nur auf den Bundesstaat Kalifornien, jenem Staat, in dem sich das Silicon Valley mit seinen zahlreichen IT-Unternehmen befindet. Der Kauf in einem anderen Bundesstaat wäre noch zulässig.

Menschenhandel und verschlüsselte Smartphones

Cooper begründet die Initiative mit der Bekämpfung von Menschenhandel und insbesondere der sexuellen Ausbeutung von Frauen und Kindern. Er will Smartphone-Hersteller und Entwickler von Betriebssystemen so dazu zwingen, Aushebelungen von Verschlüsselungen in die Systeme einzubauen. Es gehe ihm dabei nicht unbedingt darum, dass der Staat die Verschlüsselung direkt aushebeln kann. Es sei ihm auch recht, wenn etwa der Hersteller das kann. Zudem betont er, dass ein Richter eine neutrale Partei sei, die die Anordnung gibt - nicht die NSA oder Edward Snowden. Die Öffentlichkeit werde von dieser Hintertür nicht betroffen sein, versichert Cooper.

Sollte der Vorschlag Erfolg haben, dürfte dies für Kalifornien praktisch einem Verkaufsverbot entsprechen. Damit würde beispielsweise Apple in seinem Heimatbundesstaat keine iPhones mehr verkaufen dürfen. Es darf bezweifelt werden, dass Smartphone-Hersteller durch den Druck eines einzelnen US-Bundesstaats dazu bewegt werden können, Hintertüren einzubauen. Allerdings gibt es entsprechende Bemühungen auch im Bundesstaat New York. Ein ähnlich formulierter Vorschlag zielt ebenfalls darauf ab, den Verkauf von nicht per Hintertür entschlüsselbaren Smartphones zu verhindern. Interessanterweise wird der Gebrauchthandel ausgeschlossen. Der Verkauf von Neugeräten im Handel ist jedoch einer der betroffenen Verkaufswege. Auch hier ist aber das Beziehen eines Gerätes in einem anderen Bundesstaat möglich.

Die Auswirkungen auf Kriminelle dürften gering sein, selbst wenn die Vorschläge zu gültigen Gesetzen würden. Damit das Gesetz effektiv wird, müssten alle Smartphone-Hersteller und auch alle Entwickler von Betriebssystemen entsprechende Hintertüren einbauen. Zudem dürften insbesondere Kriminelle, die professionellen Menschenhandel betreiben, durch die Gesetzgebung kaum an ihrem Tun gehindert werden. Wer mit Menschen illegal handeln kann, wird mit dem Handel mit Smartphones kaum Schwierigkeiten haben. Zudem bleibt die Gesetzeslücke, dass der Besitz eines solchen Smartphones unproblematisch ist. Und dass der Erwerb auf dem Gebrauchtmarkt problemlos möglich ist, dürfte sich in kriminellen Kreisen schnell herumsprechen. Die Gesetze übersehen zudem die Unabhängigkeit von Apps vom Betriebssystem. Auch auf einem Smartphone mit Full Disk Encryption samt Hintertür zur Entschlüsselung lassen sich unabhängig davon weitere Apps installieren, die eine eigene Verschlüsselung mitbringen. Ein solches Gesetz würde also eher bei einfachen Kriminellen zu Erleichterung bei der Beweissicherung führen.


eye home zur Startseite
:Hanz: 29. Jan 2016

Snowden hat nie gesagt das Iphones sicher sind und ohne Backdoors sind! In den...

TroyTrumm 26. Jan 2016

Verschlüsselte Handys sind kein in der Verfassung verankertes Grundrecht.

tingelchen 25. Jan 2016

Eine Hintertür muss kein Daten Blob sein, wenn die Gesetzeslage eine Hintertür vorsieht...

bremse 25. Jan 2016

;-) Warum auch sonst, der ganze Aufriß?

i<3Nerds 25. Jan 2016

Ein bisschen zu Überspitzt - aber vom Kern her würde ich dir tatsächlich zustimmen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. DATAGROUP Köln GmbH, Köln
  2. Stiftung Warentest, Berlin
  3. Groz-Beckert KG, Albstadt
  4. Qnit AG, München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 17,99€ statt 29,99€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Praxiseinsatz, Nutzen und Grenzen von Hadoop und Data Lakes
  2. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing


  1. Classic Factory

    Elextra, der Elektro-Supersportwagen aus der Schweiz

  2. Docsis 3.1

    AVM arbeitet an 10-GBit/s-Kabelrouter

  3. Upspin

    Google-Angestellte basteln an globalem File-Sharing-System

  4. Apple Park

    Apple bezieht das Raumschiff

  5. Google Cloud Platform

    Tesla-Grafik für maschinelles Lernen verfügbar

  6. Ryzen

    AMDs Achtkern-CPUs sind schneller als erwartet

  7. Deutsche Glasfaser

    Gemeinde erreicht Glasfaser-Quote am letzten Tag

  8. Suchmaschine

    Google macht angepasste Site Search dicht

  9. Hawkspex mobile

    Diese App macht das Smartphone zum Spektrometer

  10. Asus Tinker Board im Test

    Buntes Lotterielos rechnet schnell



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundesnetzagentur: Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
Bundesnetzagentur
Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
  1. My Friend Cayla Eltern müssen Puppen ihrer Kinder zerstören
  2. Matoi Imagno Wenn die Holzklötzchen zu dir sprechen
  3. Smart Gurlz Programmieren lernen mit Puppen

Intel C2000: Weiter Unklarheit zur Häufung von NAS-Ausfällen
Intel C2000
Weiter Unklarheit zur Häufung von NAS-Ausfällen
  1. Super Bowl Lady Gaga singt unter einer Flagge aus Drohnen
  2. Lake Crest Intels Terminator-Chip mit Terabyte-Bandbreite
  3. Compute Card Intel plant Rechnermodul mit USB Type C

XPS 13 (9360) im Test: Wieder ein tolles Ultrabook von Dell
XPS 13 (9360) im Test
Wieder ein tolles Ultrabook von Dell
  1. Die Woche im Video Die Selbstzerstörungssequenz ist aktiviert
  2. XPS 13 Convertible im Hands on Dells 2-in-1 ist kompakter und kaum langsamer

  1. Re: Biete Job für Linux-Profi in Bremen

    bjs | 22:54

  2. Re: Also leider doch deutlich langsamer als Intel

    TC | 22:51

  3. Re: bewerbungsfragen... mal zum self assessment. :-)

    amagol | 22:49

  4. Re: Mondpreise

    Dwalinn | 22:45

  5. Re: Karte nicht übertragbar?

    dastash | 22:41


  1. 18:05

  2. 16:33

  3. 16:23

  4. 16:12

  5. 15:04

  6. 15:01

  7. 14:16

  8. 13:04


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel