Abo
  • Services:

Bundeskriminalamt: Gesetzeskonformer Staatstrojaner weiter unmöglich

Die Sicherheitsbehörden haben das laut Experten Unmögliche weiterhin nicht erreicht: einen Staatstrojaner zu programmieren, der keine illegalen Funktionen wie Bildschirmfotos oder das Hinterlegen von gefälschtem belastendem Material beherrscht.

Artikel veröffentlicht am ,
Hervorgehoben ist der vom Chaos Computer Club enttarnte und analysierte Trojaner der hessischen Firma Digitask.
Hervorgehoben ist der vom Chaos Computer Club enttarnte und analysierte Trojaner der hessischen Firma Digitask. (Bild: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Die Sicherheitsbehörden haben anhaltende Schwierigkeiten, einen eigenen gesetzeskonformen Staatstrojaner zu entwickeln. Das ergab eine Antwort des Staatssekretärs im Bundesinnenministerium, Klaus-Dieter Fritsche, auf eine Anfrage des Linkspartei-Abgeordneten Jan Korte, die der Mitteldeutschen Zeitung vorliegt. Der Chaos Computer Club hatte am 8. Oktober 2011 aufgedeckt, dass der Staatstrojaner 0zapftis illegale Funktionen enthält und betont, dass eine gesetzeskonforme Lösung unmöglich sei.

Stellenmarkt
  1. abilex GmbH, Stuttgart
  2. über duerenhoff GmbH, Raum Pirmasens

Die intern wie extern ausgeschriebenen Stellen im Kompetenzzentrum Informationstechnische Überwachung (CC ITÜ) des Bundeskriminalamtes seien "erst zu etwa zwei Dritteln besetzt. Erst danach kann die Entwicklung der entsprechenden Software beginnen." Bund und Länder seien sich "einig, bis auf weiteres auf die Durchführung von Quellen-TKÜ-Maßnahmen zu verzichten", so Fritsche.

Korte sagte der Mitteldeutschen Zeitung: "Erst hat es extrem lange gedauert, bis der Innenminister überhaupt eingeräumt hat, dass der Staatstrojaner von Digitask nicht tragbar ist. Dann wurde klar, dass eine Eigenentwicklung einige Jahre dauern würde. Statt von einer Peinlichkeit in die andere zu stolpern, sollte die Bundesregierung hier endlich einen Schlussstrich ziehen."

Laut einem internen Dokument hatte das Bundeskriminalamt den Staatstrojaner Finfisher/Finspy von Gamma gekauft. Die Bundesregierung hatte schon im Dezember 2010 eingeräumt, dass das BKA eine Testversion von Finspy besitzt. Dieselbe Software wurde unter anderem vom Mubarak-Regime in Ägypten genutzt.

F-Secure Backdoor:W32/R2D2.A

Die bisher genutzte Software von Digitask werde "von Behörden des Bundes nicht mehr eingesetzt", hieß es in einer früheren Antwort auf eine Kleine Anfrage.

Das Bundeskriminalamt baut eine eigene Staatstrojaner-Fachgruppe auf.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar 2008 gegen einen Staatstrojaner für die Onlinedurchsuchung in Nordrhein-Westfalen geurteilt. Danach wurde an einer geänderten Variante der Spionagesoftware gearbeitet, die als "Quellen-TKÜ-Software" jedoch ausschließlich zur Überwachung von VoIP verwendet werden sollte. Doch 0zapftis konnte weit mehr als das: Die Spionagesoftware, die das finnische Sicherheitsunternehmen F-Secure Backdoor:W32/R2D2.A nannte, konnte auch Inhalte per Bildschirmfoto ausspionieren, und nach dem Nachladen von Funktionen wurde der Vollzugriff auf den Rechner möglich. Damit werde das Hinterlegen gefälschten belastenden Materials oder das Löschen von Dateien ermöglicht, erklärte der Chaos Computer Club.

Ein Sprecher des Chaos Computer Clubs sagte, dass auch Finfisher aus verschiedenen Komponenten bestehe, die bei Bedarf nachgeladen werden könnten. So ließen sich auch Spitzelfunktionen installieren, die weit über die an sich schon fragwürdige Quellen-TKÜ hinausgingen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 164,90€

Anonymer Nutzer 18. Apr 2013

habe keine Ahnung. der bka-trojaner ist wohl kein Trojaner von der Polizei (fragt mal die...

Aerouge 17. Apr 2013

Hmm sind solche Anfragen nicht nur dann zulässig wenn die Partei im Bundestag sitzt? Und...

Wakarimasen 17. Apr 2013

Wäre ich Programmierer hätte ich mich auch schon beworben jedoch aus dem Grund den...

Rafael 16. Apr 2013

Mir schwant da böses. Sollten sie irgendwann ihr letzes Drittel and Entwicklern...

xmaniac 16. Apr 2013

Im prinzip sollte es daher gestattet sein jeden der bei einer Hausdurchsuchung dabei sein...


Folgen Sie uns
       


Nintendo E3 2018 Direct - Golem.de Live

Wir zeigen uns enttäuscht von fehlenden Infos zu Metroid 4, erfreut vom neuen Super Smash und entzückt vom neuen Fire Emblem.

Nintendo E3 2018 Direct - Golem.de Live Video aufrufen
Russische Agenten angeklagt: Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton
Russische Agenten angeklagt
Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton

Die US-Justiz hat zwölf russische Agenten wegen des Hacks im US-Präsidentschaftswahlkampf angeklagt. Die Anklageschrift nennt viele technische Details und erhebt auch Vorwürfe gegen das Enthüllungsportal Wikileaks.

  1. Nach Gipfeltreffen Trump glaubt Putin mehr als US-Geheimdiensten
  2. US Space Force Planlos im Weltraum
  3. Gewalt US-Präsident Trump will Gespräch mit Spielebranche

Smartphone von Gigaset: Made in Bocholt
Smartphone von Gigaset
Made in Bocholt

Gigaset baut sein Smartphone GS185 in Bocholt - und verpasst dem Gerät trotz kompletter Anlieferung von Teilen aus China das Label "Made in Germany". Der Fokus auf die Region ist aber vorhanden, eine erweiterte Fertigung durchaus eine Option. Wir haben uns das Werk angeschaut.
Ein Bericht von Tobias Költzsch

  1. Bocholt Gigaset baut Smartphone in Deutschland

Battlefield 5 Closed Alpha angespielt: Schneller sterben, länger tot
Battlefield 5 Closed Alpha angespielt
Schneller sterben, länger tot

Das neue Battlefield bekommt ein bisschen was von Fortnite und wird allgemein realistischer und dynamischer. Wir konnten in der Closed Alpha Eindrücke sammeln und erklären die Änderungen.
Von Michael Wieczorek

  1. Battlefield 5 Mehr Reaktionsmöglichkeiten statt schwächerer Munition
  2. Battlefield 5 Closed Alpha startet mit neuen Systemanforderungen
  3. Battlefield 5 Schatzkisten und Systemanforderungen

    •  /