• IT-Karriere:
  • Services:

Elektroautos in Tiefgaragen: Leerrohre für Ladestellen werden Pflicht

In größeren Gebäuden müssen Stellplätze künftig die Infrastruktur für Lademöglichkeiten bereithalten. Nach Ansicht der Opposition reichen die Mindestvorgaben einer EU-Richtlinie jedoch nicht aus, um die Elektromobilität voranzubringen.

Artikel veröffentlicht am ,
Bei Neubauten sollen schon Leerrohre zu jedem Stellplatz gelegt werden.
Bei Neubauten sollen schon Leerrohre zu jedem Stellplatz gelegt werden. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Wohngebäude mit mehr als zehn Stellplätzen müssen künftig mit einer Infrastruktur für das Laden von Elektroautos ausgestattet werden. Das sieht der Entwurf des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes (GEIG) vor, der am Mittwoch vom Bundeskabinett in Berlin beschlossen wurde. Die Regierung setzt damit die EU-Gebäuderichtlinie von 2018 eins zu eins in deutsches Recht um. Nach Ansicht des Grünen-Verkehrsexperten Stefan Kühn reicht das jedoch nicht aus, um den Aufbau privater Ladestationen anzukurbeln.

Stellenmarkt
  1. ALDI International Services GmbH & Co. oHG, Mülheim an der Ruhr
  2. Die Autobahn GmbH des Bundes, Hamm, Münster, Gelsenkirchen

Der Gesetzentwurf (PDF) sieht vor, dass bei Neubau oder größerer Renovierung von Wohngebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen "jeder Stellplatz mit der Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität ausgestattet wird". Bei neugebauten oder renovierten Nichtwohngebäuden muss jeder fünfte Stellplatz entsprechend ausgestattet und "zusätzlich mindestens ein Ladepunkt" errichtet werden. Bei jedem bestehenden Nichtwohngebäude mit mehr als 20 Stellplätzen muss der Eigentümer dafür sorgen, "dass nach dem 1. Januar 2025 ein Ladepunkt errichtet wird".

Übergangszeit bis März 2021

Laut Gesetzentwurf umfasst die erforderliche Infrastruktur "eine geeignete Leitungsführung für Elektro- und Datenleitungen". Die Umsetzung könne durch Leerrohre, Kabelschutzrohre, Bodeninstallationssysteme, Kabelpritschen oder vergleichbare Maßnahmen erfolgen. Die Infrastruktur umfasse "mindestens auch den erforderlichen Raum für den Zählerplatz und die erforderlichen Schutzelemente". Das bedeutet, dass zunächst keine Stromkabel verlegt werden müssen.

Die Regelung gelten nicht für Bauvorhaben, "für welche die Bauantragstellung oder der Antrag auf bauaufsichtliche Zustimmung oder die Bauanzeige vor Ablauf des 10. März 2021 erfolgt ist". Bei Renovierungen sind die Vorgaben nicht umzusetzen, wenn die Kosten für die Lade- und Leitungsinfrastruktur sieben Prozent der Gesamtkosten überschreiten.

Grüne fordern mehr Lademöglichkeiten

Nach Ansicht des Grünen-Bundestagsabgeordneten Kühn hätte die Bundesregierung bei neuen Gebäuden deutlich mehr Lademöglichkeiten vorschreiben müssen. Diese Weigerung "wird die Elektromobilität in Deutschland langfristig ausbremsen". Der Bundestag müsse nun "diesen gänzlich ambitionslosen Gesetzentwurf" retten, denn der Hochlauf der Elektromobilität erfordere mehr als nur Leerrohre und vereinzelte Ladestationen. Zudem verwies Kühn darauf, dass es bei den Lademöglichkeiten in Bestandsgebäuden "überhaupt keine Bewegung mehr" gebe. "Seit dem Referentenentwurf zum Miet- und Wohneigentumsrecht herrscht Stille in der Bundesregierung. Mieter und Wohnungseigentümer in Mehrfamilienhäusern brauchen endlich einen Rechtsanspruch, um Ladepunkte zu installieren", forderte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion.

Kritik äußert Kühn auch an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Die angekündigte eine Milliarde Euro zur Förderung von Ladeinfrastruktur sei zum einen auf 50 Millionen Euro zusammengeschrumpft, zum anderen sei davon noch kein Cent ausgezahlt worden. "Für die Ladeinfrastruktur brauchen wir echte Investitionen und Planungssicherheit, aber keine ungedeckten Schecks des Verkehrsministers", sagte Kühn.

  • In einer Tiefgarage in Tamm testet der Netzbetreiber Netze BW das Laden von Elektroautos. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Jahr lang können die Bewohner 45 Elektroautos kostenlos nutzen und aufladen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Neben 21 BMW i3 sind 24 VW E-Golf im Einsatz. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Ladelösung stammt von der EnBW-Tochter Charge Here. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit Hilfe eines RFID-Chips können die Bewohner den Ladevorgang starten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das zentrale Lastmanagement regelt dann, welches Auto geladen werden kann. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Herzstück der Anlage sind drei Schaltschränke mit der Kommunikations- und Ladetechnik. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Vom Tiefgaragenanschluss (l.) gehen drei Kabel für bis zu 90 kW Ladeleistung zu den Unterverteilungen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mehrere Wochen lang hat Netze BW die Leitungen in der Tiefgarage verlegt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Von einer nahegelegenen Trafostation wurde ein Anschluss mit 124 kW in die Tiefgarage verlegt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Am Übergabepunkt vor der Wohnanlage kann die Feuerwehr im Notfall den Strom abschalten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Die Ladelösung stammt von der EnBW-Tochter Charge Here. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Der Bundestag muss dem Gesetzentwurf noch zustimmen. Nach seiner Verkündung soll das Gesetz ohne weiteren Vorlauf in Kraft treten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 317,29€ (Bestpreis)
  2. (u. a. Bosch Küchenmaschine für 129,90€, Kaspersky Internet-Security für 29,49€)
  3. (u. a. Anker Wireless Powerbank 10000mAh Qi-zertifiziert für 31,99€, Anker PowerPort+ Atom III...
  4. 77€ (Bestpreis!)

ArneB 05. Mär 2020

Zu Hause reichen 11kW Ladeleistung vollkommen aus. Das macht jeder Hausanschluss ohne...

Fette Beute 05. Mär 2020

Leerrohre für alle (!) Parkplätze sind keinesfalls sinnvoll. Die Mehrzahl der Nutzer von...

Fette Beute 05. Mär 2020

Brandschutz ist bei Tiefgaragen ein echtes Problem. Duch die Umbauten entfällt ja der...

cuthbert34 04. Mär 2020

Es geht ja nur um Neubauten und die Kosten der Leerrohre... ehrlich gesagt, bei den...


Folgen Sie uns
       


Polestar 2 Probe gefahren

Wir sind mit dem Polestar 2 eine längere Strecke gefahren und waren von dem Elektroauto von Volvo angetan.

Polestar 2 Probe gefahren Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /