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Wenn die Technik schneller ist als der Handel

Doch während die Technologie Fortschritte macht, kommen die Aufsichtsbehörden nicht hinterher. Nicht nur fehlt es den Juristen der Regulierer am technischen Know-how, um die immer komplizierteren Computerprogramme nachzuvollziehen, die von den Mathematikern und Softwareprogrammierern der Blitzhändler und Banken entwickelt werden. Auch das Budget der Behörden ist knapp und wird mit jedem neuen Haushalt weiter gekürzt. Das Ergebnis: "Ein Großteil der Auflagen, die heute den Handel mit Aktien und Derivaten regeln, sind 15 Jahre alt und stammen aus einer Zeit, als Menschen eine deutlich größere Rolle spielten", erklärt Finanzexperte Kirilenko, der selbst viele Jahre bei der Commodity Futures Trading Commission als Chefökonom beschäftigt war. Dabei habe sich die Finanzindustrie dank der Automatisierung in den vergangenen zehn Jahren quasi neu erfunden. Viele der HFT-Händler sind noch nicht einmal bei der Börsenaufsicht registriert.

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Flash Crashs wie der vom 6. Mai 2010 stützen die Argumentation derjenigen, die nach mehr Regulierung verlangen. Damals war der US-Leitindex Dow Jones innerhalb von Minuten um rund 1.000 Punkte eingebrochen, weil die zugrundeliegenden Algorithmen der Handelscomputer außer Kontrolle gerieten. 33 Minuten später hatten sich die Kurse erholt und den größten Tagesverlust in der Geschichte des Dow gutgemacht.

Der Hochgeschwindigkeitshandel kann gefährlich sein

Die genaue Ursache ist bis heute ungeklärt. Im Knightmare von 2012 trieb ein ganz ähnlicher Computer-Schluckauf das HFT-Brokerhaus Knight Capital in nur 45 Minuten an den Rand des Ruins und kostete die Firma 440 Millionen Dollar. Die für den Finanzmarkt zuständige Abteilung des US-Finanzministeriums bezeichnete den Hochgeschwindigkeitshandel im Dezember angesichts dieser Zwischenfälle als "Quelle für operative Risiken auf allen Märkten". Was immer schiefgehen könne, sagt auch Kirilenko, gehe schneller und umfassender schief, wenn Computer daran beteiligt seien.

Die Regulierer denken deshalb über Möglichkeiten nach, wie sie den Markt ausbremsen können. Die Börsenaufsicht SEC erwägt die Möglichkeit eines Kill-Switches, mit dem Algorithmen kurzerhand stillgelegt werden können, bevor sie größeren Schaden anrichten. Ökonomen wie Austin Gerig und Daniel Fricke schlagen vor, den Zeitraum für den Abschluss einer Transaktion auf knapp eine halbe Sekunde zu erhöhen. Und Michael Wellman, Finanzexperte an der Universität Michigan, plädiert für eine künstliche Schranke, bei der Orders für wenige Sekunden gebündelt und erst dann mit passenden Handelspartnern gematcht werden. Die falsche Form von Eingriffen, warnt allerdings Andrei Kirilenko, könne den Markt daran hindern, effiziente Lösungen zu finden. Er plädiert vor allem für mehr Transparenz und eine Registrierungspflicht bei den Aufsichtsbehörden.

Unterdessen träumen die Händler schon vom nächsten Technologiesprung. Der britische Physiker Michael Buchanan beschrieb vor wenigen Wochen im Magazin Nature den Einsatz von Hohlkern-Glasfaserkabeln, bei denen die Daten durch winzige Luftkanäle transportiert werden - und Orders nahe der Lichtgeschwindigkeit abwickeln könnten. Ballons oder solarbetriebene Drohnen könnten dabei Netzwerke über dem Ozean aufbauen und so deren Reichweite vergrößern. Spätestens dann, glaubt Buchanan, würden die Datenzentren nicht mehr in New Jersey, sondern mitten auf dem Ozean sitzen, um die Informationen zwischen New York und London schneller als die Konkurrenz abzufangen.

 Geschwindigkeit an der Börse: Algorithmen haben die Händler überholt
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Tilly22 10. Nov 2016

Wer sich tiefer für die Materie des Devisenhandels interessiert, kann sich auf http://www...

Tilly22 13. Okt 2016

Mindesthaltezeiten würden kaum Sinn machen aus Investorsicht. Allerdings eine Steuer auf...

thepiman 24. Mär 2015

Könnte die Transaktionsgebühr nicht umgekehrt proportional von der Haltedauer der Aktien...

bombinho 23. Mär 2015

Hat sich schon mancher gedacht. Ich gehe mal davon aus, dass das Sarkasmus war?! Aber...

Trockenobst 22. Mär 2015

Das liegt aber nicht am Handelssystem, sondern an Politikern die um gewählt zu werden...


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